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Franz Kirnbauer
heimnis der Zusammensetzung und Erzeugung des Porzellans nicht verraten hatten und Du Paquier nur wußte, daß „Erde“ verwendet wurde, versuchte er alle möglichen Stoffe, bis er schließlich darauf kam, daß die „Passauer Erde“, eine Art von Rohkaolin, das Richtige sei. Passau gehörte damals zu Österreich, so daß der Bezug dieses Kaolins keine Schwierigkeiten bot. Du Paquier fand auch bald wieder andere, zuverlässigere Meister, sammelte Künstler von Namen um sich
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Bild 4. K. k. Porzellanfabrik in der Rossau Bildarchiv Österr. Nationalbibliothek, Fond Städtische Sammlungen, Wien
und setzte sich mit seinen Erzeugnissen dank seiner Energie und seinem Kunstverständnis durch.
Schon um 1721 war die Wiener Porzellanmanufaktur aus den schlimmsten Anfängen heraus und übersiedelte, weil sich die Räume mittlerweile als zu klein erwiesen hatten, aus der Schmidgasse (der heutigen Eiechtensteinstraße) in eine andere Gegend der Roßau, in die nahegelegene Gräflich BRÄUERsche Sommervilla. Die Gasse, in der sich Du Paquiers Fabrik befand, heißt noch heute Porzellangasse. Das Gebäude stand ungefähr dort, wo sich gegenwärtig die Verwaltung der österr. Tabakregie befindet (Abb. 4).
Unverdrossen wurde gearbeitet und die Konkurrenz mit dem sächsischen Porzellan aufgenommen. Eine Spezialität Du Paquiers bildete der zarte Unter- ton seiner Porzellanmasse und die Glasur. Das Unternehmen arbeitete nun mit großen künstlerischen und technisch vollkommeneren Mitteln. Hauptsächlich wurde Gebrauchsporzellan erzeugt, Schüsseln, Teller und Tassen, letztere innen vergoldet (Abb. 5). Die eigenartige Formenschönheit und der farbige Dekor des