Geschichte der Wiener Porzellanmanufaktur
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men hervorholte und neu gestaltete (Abb. 13 und 14). Bald war die Wiener Porzellanmanufaktur Augarten, wie sie nunmehr heißt, der Sammelplatz der Wiener Künstler der Nachkriegszeit. Die ersten Jahre der wiedereröffneten Fabrik fielen noch in die Inflationszeit. Führend an der Neugründung der Fabrik war das Bankhaus Liebig beteiligt, das leider gegen Ende der Zwanzigerjahre
Bild 14. Jäger mit Hund, Alt-Wiener Figur, 18. Jhdt.
Bild 13. Schlittschuhläuferin, Alt-Wiener Figur, 18. Jhdt.
jählings selbst in Schwierigkeiten geriet; damit schien das Schicksal der kaum wieder ins Leben gerufenen Manufaktur ebenfalls besiegelt zu sein. Aber schon die wenigen Jahre der Arbeit auf Wiener Boden hatten genügt, um die Erzeugnisse dieser neuen Porzellanfabrik in aller Welt bekannt und begehrt zu machegi.
Und so fanden sich neuerdings Gönner, die es ermöglichten, die alte Tradition fortzusetzen, den Namen der wiedererstandenen, Jahrhunderte alten Manufaktur neuerdings zu Ehren zu bringen und die Erzeugnisse der Manufaktur Augarten in die erste Reihe der Porzellanfabriken des Kontinents zu rücken. Schon nach wenigen Jahren war Wiener Porzellan mit dem der Königl. Porzellanfabrik Kopenhagen oder der Porzellanfabrik Berlin gleichwertig, und sowohl Wiener