Aufsatz 
Zur Geschichte des k.u.k. Technischen Militär-Komitees 1869-1918 / von Oskar Regele
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Zur Geschichte des k. u. k. Technischen Militär-Komitees 18691918

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(las Auslangen gefunden werden. Nach dem ersten Weltkrieg ging das Gebäude in den Besitz der Technischen Hochschule Wien (Institute für Chemie und Ma­schinenbau) über, fand daher einen berufenen und würdigen Nachfolger. Das Kriegstechnische Amt des Bundesheeres war im benachbarten Neubau in der Gumpendorferstraße 1 a untergebracht.

Für das Technische Militärkomitee wurdenOrganische Bestimmun­gen zuerst 1869, dann 1873 und zuletzt 1894 erlassen. 5 Die letzten blieben bis zum Ende der Monarchie in Geltung, ihre auszugsweise Wiedergabe bietet das beste Bild vom Wesen und Wirken dieses Amtes, das wie die anderen wissenschaft­lichen Institute, das Kriegsarchiv, das Militärgeographische Institut und das Heeresmuseum, eine sog. Heeresanstalt und dem Ministerium als Hilfsorgan untergeordnet war. Seit 1873 waren dem Komitee für gewisse Zeiten der höhere Artillerie- bzw. Geniekurs, die Artillerieschießschule und die Kurse für Artillerie­stabsoffiziere, Intendanten, Rechnungsräte, Bauverwalter und Verpflegsbeamte unterstellt.

Die Organischen Bestimmungen besagten:

Das technische Militär-Komitee hat die Bestimmung, die Fortschritte der Wissenschaft und Technik in bezug auf deren Verwertung für Kriegszwecke im allgemeinen, insbesondere aber in Beziehung auf das Artillerie-, Genie-, Pionier-, Train-, Eisenbahn- und Telegraphen-, dann das Intendanzwesen zu verfolgen... es ist zur Prüfung und Begutachtung solcher Angelegenheiten berufen, bei welchen der Entscheidung fachgemäße und wissenschaftliche Untersuchungen, Studien, Entwürfe oder Versuche vorangehen müssen... ihm obliegt die Prüfung technischer Erfindungen und Vorschläge, die Durchführung der bezüglichen Ver­suche bzw. die Mitwirkung bei letzteren. Es hat über alle, aus seinen Studien hervorgehenden Anschauungen und Erfahrungen für die Vervollkommnung der Kriegsmittel dem Reichs-Kriegsministerium Anträge zu stellen,... zur Ver­wertung der erlangten Versuchsresultate für das Kriegswesen Vorschläge zu er­statten... Die für den technischen Dienst... erforderlichen Dienstbücher und Vorschriften hat das technische Militär-Komitee auf Grund der wissenschaft­lichen Forschungen und der gewonnenen Erfahrungen teils selbst zu verfassen, teils bei deren Verfassung mitzuwirken..., ihm fällt ferner die fachgemäße Prüfung und Begutachtung von wichtigeren Befestigungsprojekten und von Ent­würfen größerer Militärbauten zu, es liefert der Heeresleitung die nötigen sta­tistischen Zusammenstellungen auf Grund der von den Truppen und Heeres­anstalten einlangenden Nachweisungen und sonstigen Behelfe... es hat die Er­gebnisse der eigenen wissenschaftlichen Tätigkeit und sonstige nützliche Kennt­nisse und Erfahrungen durch periodische Publikationen weiteren militärischen Kreisen zugänglich zu machen.

Das Komitee war in vier Sektionen, diese wieder in Abteilungen gegliedert. Allen Teilen war die gemeinsame Aufgabe gestellt: die in- und ausländische Ent­wicklung auf den zuständigen Gebieten evidenzmäßig festzuhalten und zu stu-

5 Normal Verordnungsblatt für das k. k. (k. u. k.) Heer: 57. Stück von 1869, 63. Stück von 1873 und 52. Stück von 1894.