Zur Geschichte des k. u. k. Technischen Militär-Komitees 1869 —1918
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Unter den Photographen des Militärkomitees ragt der Genieoffizier Josef Pizzighelli hervor, dem der Ausbau der Photographie im Komitee zu verdanken war. Seine „Anleitung zur Photographie“ und sein „Handbuch der Photographie“ behalten in der Fachliteratur auch jetzt noch ihren Wert für die Geschichte der Photographie. Pizzighelli entwickelte mit Arthur Hürl 9 1893 das Kopierverfahren der Platinotypie und wurde nebst drei anderen Preisen mit der Voigt- LÄNDER-Medaille der Photographischen Gesellschaft Wien ausgezeichnet. Oberstleutnant H. Freih. v. Cles und Artiller ie-Zeugsoffizial F. Swoboda erfanden 1914 im Komitee einen Kine- matographenapparat für Tagesaufnahmen von Artilleriegeschossen.
Einige Angehörige des Technischen Militärkomitees brachten es in der Kartographie zu einem geachteten Namen.
General H. Daublebsky v. Sterneck wirkte an der Landesvermessung der Türkei mit und verfaßte eine I-andes- beschreibung von „Bosnien, Herzegowina, Nord-Montenegro“. Der Genieoffizier Julius R. v. Albach kam in das Militärgeographische Institut, wo er die Kartenzeichnung dadurch reformierte, daß er die Schraffendarstellung durch die Schummerung ersetzte. Ihm wurden die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft und die höchste Auszeichnung der internationalen geographischen Ausstellung in Venedig verliehen. Kommandant des Militärgeographischen Institutes wurde 1895 Christian Freih. v. Steer, der als Genieoffizier bei den Sprengarbeiten für die Wiener Hochquellenwasserleitung die Dynamitsprengstoffe erprobte, mit denen er im Komitee Versuche anzustellen gehabt hatte. Er war Präsident und Ehrenpräsident der Geographischen Gesellschaft. Eine bemerkenswerte Persönlichkeit war der erste Chef der III. Sektion im Komitee, der dem Generalstab entstammende Universitätsprofessor und Generalkriegskommissär Valentin R. v. Streffleur, der bekannte Herausgeber der nach ihm benannten militärischen Zeitschrift. Er war wegweisend in der Militärstatistik und als Katasteringenieur und Kartograph sehr geschätzt.
Franz Walter, Artillerieoffizier, widmete sich mehreren technischen Pro-
9 Feldmarschalleutnant Arthur Freih. v. Hübl (1852—1932), Dr. h. c„ Mitglied der Akademie der Wissenschaften, Kommandant des Militärgeographischen Institutes, war bahnbrechend für die Kartenreproduktion.
Bild 5. Philipp Hess (1845—1926) Artillerie-Generalingenieur und Sektionschef, erfolgreicher Sprengtechniker