Zur Geschichte des k. u. k. Technischen Militär-Komitees 1869—1918
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komitees . 10 Der aus der Genietruppe stammende Emil R. v. Guttenberg war als Generalstabshauptmann im Komitee eingeteilt und beschloß seine Laufbahn als k. k. Eisenbahnminister. Einen hervorragenden Platz im Verkehrswesen nahm weiters der Artilleriehauptmann R. Wolf ein, der im Komitee Leiter des Automobilwesens war und die Automobil-Versuchsabteilung einrichtete. Am Auto-Straßenzug * 11 schwerer Lasten hat er entscheidend mitgearbeitet, die Seilwinde ist eine seiner praktischen Erfindungen. Als Schöpfer der Motorfeldbahn
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Bild 6. Versuchslaboratorium im Technischen Militär-Komitee am Getreidemarkt (1914)
muß der spätere Ernährungsminister Landwehr v. Pragenau genannt werden, der als Generalstabshauptmann im Komitee diente.
Um auch noch das Flugwesen zu streifen, sei bemerkt, daß das Militärkomitee mit an der Wiege österreichischer Luftfahrt gestanden ist und daß es dem Pionier der Lüfte, Wilhelm Kress, Förderung hat angedeihen lassen . 12 Einen ersten zusammenfassenden Bericht über „Militärische Luftfahrzeuge“ verfaßte im Komitee Koloman Kiticsän . 13
Das Technische Militärkomitee war auch an der Errichtung ärarischer Hochhauten stark beteiligt. Von diesen Bauten leisten — nach Entfall einer militäri-
10 Sohn des Geniestabsobersten Andreas R. Tunkler v. Treuimfeld, der dem Genie-Komitee angehörte, 1850 eine Lokomotive für die Semmeringbahn entwarf, 1855 die elektromagnetische Telegraphie in der Armee einführte und als Fortifikateur internationalen Ruf genoß.
11 Artillerie-Zugwagen lieferten Fiat, Praga-Raaba, Graf und Stift, Saurer und Büssing.
12 Siehe S. 55 ff. dieses Heftes.
13 „Mitteilungen über Gegenstände aus dem Artillerie- und Geniewesen“, Nr. 4/7 aus 1912.