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Oskar Regele
sehen Benützung — viele noch heute dem Staat und der Bevölkerung wertvollste Dienste. Das Charakteristische der Militärbauten aus der Zeit des Komitees waren strenge Zweckmäßigkeit und Billigkeit, zwei jederzeit richtunggebende Grundsätze. Der o. Professor der Technischen Hochschule Wien, Hofrat Fr. Gruber, Präsident des Ingenieur- und Architektenvereines, erbaute in Wien die Albrechts- kaserne, den Aspangbahnhof, das Rudolfinerhaus und verfaßte die „Anleitungen für den Neubau von Kasernen und Militär-Spitälern“. Der oberwähnte F. Artmann ist der Erbauer des Verpflegsmagazins in der Brigittenau. Feldmarschallleutnant R. v. Peche — noch aus dem alten Genie-Comite übernommen — führte den Umbau des Militärgeographischen Institutes durch, und der Geniestabsoffizier ,'l. v. Fornasari war der Bauleiter der Technischen Militärakademie in Mödling und der Artilleriekadettenschule in Traiskirchen, zwei Schulbauten, mit denen man nach 1918 Staat machte und die auch jetzt noch zu begehrten Objekten im Staate zählen. Am Ende dieser Reihe steht der Feldzeugmeister J. E. v. Ceipek. Er schuf als neues Aufnahmeverfahren die Tachymetrie, war lange Redakteur der Mitteilungen des Komitees und erwarb sich im Hochbau bleibende Verdienste. Für den Bau der Garnisonskirche in Trebinje wurde er Ehrenbürger dieser Stadt und in der Halle des Regierungsgebäudes am Stubenring lesen wir seinen Namen als ersten auf den Marmortafeln, die zur Erinnerung an die Errichtung des Prachtbaues gestiftet worden sind. Ceipek war Bauleiter beim Bau des k. u. k. Kriegsministeriums in Wien, das von 1913—1918 der obersten militärischen Behörde der österreichisch-ungarischen Wehrmacht als Heim diente, das dann 1945 vandalisch durch Inbrandsetzung innen vollständig zerstört wurde, in seiner baulichen Ausführung aber doch derart widerstandsfähig war, daß es ohne allzugroße Opfer renoviert werden konnte.
Die Namen könnten noch vervollständigt werden, wir könnten noch den Sappeurhauptmann Friedrich Musil als den Erschließer der Zistersdorfer Ölquellen oder den Graphiker Friedrich Teubel nennen, der als Artillerieoffizier dem Komitee zugeteilt war. Dann gäbe es noch viele Komiteeoffiziere, die außerhalb der Technik zu hohen Würden kamen, wie u. a. der Kriegsminister und Armeekommandant, Feldmarschall Freih. v. Krobatin, die Armeekommandanten v. Puhallo und A. Krauss, die Generalinspektoren Pucherna, Beschi, Skvor und Gologorski, der Südwestfront-Generalstabschef Konopicky, der Geniechef der Festung Przemysl Schwalb, der Theresienritter A. Lehar. Es dürften aber die genannten Namen hinreichen, um zu zeigen, wie viele ausgezeichnete Männer der k. u. k. Armee den technischen Wissenschaften erfolgreich gedient haben.
Zu den unvergänglichen Schöpfungen und zum Erbe des k. u. k. Technischen Militärkomitees gehören seine Publikationen. Während die unzähligen technischen Dienstbücher, die das Komitee für jede neue Waffe, jedes neue Gerät verfaßte, von der Leuchtpatrone angefangen bis zu den umfangreichen Artillerie- Unterrichten und dem „Technischen Unterricht für die k. u. k. Pioniertruppe“, die heute nur mehr militärhistorischen Wert besitzen, behalten die vom Komitee herausgegebenen „Mitteilungen“ ihren bleibenden Wert, enthalten sie doch Beiträge zur Entwicklung fast aller technischer Fachgebiete aus der Zeit von 1869—1918.