Zur Geschichte des k. u. k. Technischen Militär-Komitees 1869—1918
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1878 schrieb Johann Sterbenz bei Herausgabe seines Sach-Registers, es wären nun schon 20 Jahre vergangen: „Und doch sind namentlich in den Mitteilungen der Comites der beiden Spezialwaffen große Schätze wissenschaftlicher Arbeiten und praktischer Erfahrungen niedergelegt, die auch heute für Studienzwecke ungeschmälerten Wert besitzen.“ 14 Dasselbe gilt heute für die „Mitteilungen“, die 1919 ihr Ende gefunden haben.
1 >as k. k. Genie-Comite begann 1856 mit der Herausgabe von „Mitteilungen des k. k. Genie-Comites“, die sich 1865 „Mitteilungen über Gegenstände der Ingenieur- und Kriegswissenschaften“ nannten. Das Artillerie-Comit£ gab seinerseits 1857 die „Mitteilungen des k. k. Artillerie-Comites“, von 1866 an „Mitteilungen über Gegenstände der Artillerie- und der Kriegswissenschaften“ heraus. Nach der Errichtung des Technischen Militärkomitees erschienen an Stelle der beiden ebengenannten Schriften vom 1. Jänner 1870 an die „Mitteilungen über Gegenstände des Artillerie- und Geniewesens“, die das Kennzeichen „G—68“ führten. Diese Mitteilungen gliederten sich in Aufsätze, Notizen, Bücherbesprechungen, Zeitschriftenschau und Patentangelegenheiten. Die Jahresbände hatten Stärken von 1000 bis 2000 Seiten nebst Beilagemnappen. Der letzte Band erschien noch 1919 als der 50. Jahrgang seit 1870, als der 62. seit 1857 und als der 63. seit 1856. Außerdem erschienen fallweise — im ganzen 64 — Supplement-Hefte „zu reserviertem Dienstgebrauch“. Einen Sammel-lndex zu dieser Reihe gibt es nicht, wohl hat aber jeder Einzelband einen sehr genauen Index. Das Register von Sterbenz wurde noch zum Teil ergänzt durch eine Extrabeilage zum Jahrgang 1869. 15
Die Sektion III veröffentlichte das „Militärstatistische Jahrbuch“, die „Sanitätsberichte des k. u. k. Heeres“ und „Statistische Berichte“.
Das Komitee verfügte über eine ausgewählte Fachbibliothek mit etwa 20.000 Bänden aus 23 Wissensgebieten, die sich heute im Kriegsarchiv befindet. Für sie gilt das von den „Mitteilungen“ Gesagte. Mag sie schon seit einem halben Jahrhundert stillgelegt sein, sie enthält zur Geschichte der Technik aller Richtungen wertvollste Beiträge, denn auch die modernste Technik fußt immer wieder auf älteren und ganz alten Erkenntnissen.
Nicht unerwähnt sei schließlich das Manuskript zu einem auf Anregung des Ingenieur- und Architekten-Yereines in Wien geplant gewesenen Werke „Technik im Weltkrieg“, zu welchem noch das Kriegsministerium und das Komitee bis 1918 Material sammelten. 16 Das Archiv des Technischen Militärkomitees ruht ebenfalls im Kriegsarchiv und stellt mit seinen 1624 Faszikeln und 382 Bänden von 1864—1920 eine wahre Fundgrube für Techno-Historiker dar. 17
Die Literatur zur Geschichte des Technischen Militärkomitees ist mehr als dürftig, was wohl damit zusammenhängt, daß gerade über dieses Institut
14 Joh. Sterbenz, Alphabetisches und chronologisches Sach-Register zu den „Mitteilungen über Gegenstände der Artillerie- und Kriegswissenschaften 1857—69“ und der „Mitteilungen über Gegenstände des Artillerie- und Geniewesens, 1870—1876“, Wien 1878.
15 Genie-Comite, Inhaltsverzeichnis der Bände 1 —14 der „Mitteilungen über Gegenstände der Ingenieur- und Kriegswissenschaften, 1856 -1869“.
16 Kriegsarchiv, Manuskripte, MS, T., 85 Faszikel.
17 „Inventar des Kriegsarchivs Wien“, 1952.