22
Hans v. Bertele.
ganz besonders bedeutende Werke Burgis zu agnoszieren. Diese sind zwar nicht signiert, technische und künstlerische Einzelheiten haben aber die eindeutige Identifizierung ermöglicht. Tabelle 1 zeigt den heutigen Stand an bekannten BuRGi-Uhren mit knappen Angaben der jeweiligen besonderen Eigenheiten der betreffenden Uhr und Hinweisen auf Literaturangaben, soweit solche vorhanden.
Zu Beginn der hier beschriebenen Untersuchungen aber waren die entwicklungsgeschichtlich entscheidenden Werke (Nr. 3, 7 und 8 der Tabelle) noch un-
Uv
mm-'
KVS
Photo: Landesmuseum, Kassel.
Bild 3. Uhrwerk einer Globusuhr von Burgi (Nr. 2 von Tabelle 1). Reglerhebel mit kalibrierter Skala 1 bis 9 für sehr feine Justierung der Borsten zur Linken ersichtlich.
bekannt. So mußte vorerst versucht werden, aus den bekannten AYerken Burgis seine die Ganggenauigkeit der Uhren betreffenden Entwicklungstendenzen einigermaßen abzuschätzen.
Die Globusuhren Nr. 1, 2, 5 und 6 sind offensichtlich nicht für so genaue Zeitbestimmung gedacht gewesen, wie sie für astronomische Zwecke erforderlich ist. Es war vielmehr ihr Zweck, damit einen allgemeinen überblick über die Bewegung der Gestirne als Ganzes zu geben; die Zifferblätter waren nur eine Hilfseinrichtung, um die Sternpositionen mit den jeweiligen Tageszeiten zu koordinieren. Es ist daher unwahrscheinlich, daß dort ein Gangsystem mit besonderer Genauigkeit vorgesehen war. Auch stammt die ursprüngliche Ausführung des Globus aus einer Zeit, bevor die neue Methode der Zeitbestimmung in Sekunden das erste Mal erwähnt wurde. Es überrascht daher nicht weiter, daß in diesen Globusuhren der damals gebräuchliche Gang mit einer Wag mit Ausschlagbegrenzung durch verstellbare Borsten benutzt wird. Sowohl bei der Pariser Globusuhr