32
Hans v. Bertele.
eines aus Masse und Feder bestehenden schwingungsfähigen Systems gekannt und auf diese Weise die Verbesserung in der Zeitmessung erreicht.
Eine nähere Untersuchung des ganzen Systems enthültt jedoch verschiedene Momente, die eindeutig gegen diese Ansicht sprechen, und zwar:
1. Das Zahnrad und das Zahnsegment mit dem Reiter sind zwar gleichfalls aus gebläutem Stahl, ähnlich der alten Bauweise, hergestellt, sie sind aber viel gröberer Ausführung, als die über jeden Zweifel stehenden Originalteile.
Photo: Nationalmuselim. Kopenhagen.
Bild 10. Kreuzschlagdetail der Nicolas -RADEEOEF-Uhr im Dänischen National-Museum
in Kopenhagen.
2. Das Loch im Bergkristallgehäuse, das zum Vierkant der Federverstellung führt, hat keine Silbermontierung, wie sie der Aufzug besitzt.
3. Die Öffnung in dem einen Kloben, die für die Montage und Bewegung des Reiters und der Haarfeder vorgesehen ist, scheint zu einem späteren Zeitpunkt hergestellt zu sein, obwohl sie sorgfältigst der Form und Bauart angepaßt. ist.
4. An keinem andern Platz des Uhrwerks gibt es eine Niete. Wenn tatsächlich eine Haarfeder mit einem Regulierreiter von Anfang vorhanden gewesen wäre, dann wäre es irgendeine Schraubverbindung für die Haarfeder gewesen.
Die ursprüngliche Anordnung muß also aus 2 Wagen ohne Haarfeder und sogar ohne Begrenzung der Aplituden durch die damals üblichen Borsten bestanden haben.
Bei diesem Sachverhalt aber muß die ursprüngliche Regelung der Bergkristalluhr vermittels einer Variation des aus dem Momenten-Ausgleichssystem abgeleiteten Antriebes erfolgt sein. Die jetzige Feder- und Reiteranordnung wäre demnach eine spätere Zugabe, anscheinend zu dem Zweck erfolgt, die Regelung auf die neuzeitlich gebräuchliche Form zu bringen. Vielleicht war auch dem