Johannes Mathesius und der Bergbau.
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Mathesius’ Lebenslauf.
Johannes Mathesius wurde am 24. Juni 1504 in Rochlitz, Sachsen, geboren und verbrachte seine Jugend an der Lateinschule. Von 1518 bis 1521 war er Zubußeinnehmer einer sächsischen Erzgrube und ging dann auf die Wanderschaft. In Ingolstadt besuchte er die Universiät, in München war er an
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Photo: Technisches Museum, Wien.
Bild 2. Johannes Mathesius (1504—1505).
der kurfürstlichen Bücherei beschäftigt, hernach in Odelshausen als Erzieher. Hier und in Fürstenfeldbruck las er Schriften von Luther, die ihn veranlaßten, in Wittenberg seine Studien fortzusetzen. Im Jahre 1530 war er Schulgehilfe in Altenburg und kam endlich 1532 als Rektor der Lateinschule nach Joachimsthal in Böhmen. Hier führte er Luthers Katechismus ein. Auch kam er dadurch, daß der Geschworene Matthes Sax ihn zum Mitgewerken seiner fündigen Zechen machte, mit dem Bergbau in Berührung. Mathesius ging 1540 nach Wittenberg zurück, um seine Studien zu beendigen, und trat dort in enge freundschaftliche Beziehung zu Luther und Melanchthon 3 . Auf Luthers Tischgespräche — er gehörte in Wittenberg zu dessen Freundeskreis — gründete sich die von Mathesius verfaßte „Lebensbeschreibung I)r. Martin Luthers
3 H. Freydank: Martin Luther und der Bergbau. Eisleben 1939.