Alte Eisenindustrie im Lavanttal.
99
Sechstel erworben hatte und der schließlich nach seinem Tode (1871) am 15. August 1875 gänzlich in den Besitz seiner Tochter Karoline Martinz überging, immer mehr in den Hintergrund, um schließlich in neuerer Zeit abgebrochen zu werden. Paul Swatek, der Schwiegersohn von Karoline Martinz, und dessen Söhne Paul und Robert sowie deren Neffe Dr. Ernst Swatek entwickelten hingegen den Prielhammer unter der Firma .1. M. Offner zur bedeutendsten Sensenfabrik Österreichs. Johann Offner aber, der Sohn Josef Öffners, des 1862 verstorbenen Besitzers des Eisenhammerwerks Schwemmtratten, und Neffe Alois Öffners, richtete seit 1867 in forschreitendem Maße in diesem Hammerwerk (Bild 16) die Sensenerzeugung (vgl. Bild 15) ein 78 .
***" . ****Sfrl
Bild 16. Sensenfabrik Johann Offner in Wolfsberg um 1900.
.^9
Schwemmtratten hatte laut der Hammer-, Nagelschmied- und Drahtordnung, welche Kaiserin Maria Theresia am 24. April 1759 dem Herzogtum Kärnten gab, einen Wallaschhammer mit zwei Feuern, einen Zainhammer zum Überzainen der Wallasche, acht Drahtziehen und eine Nagelschmiede mit fünf Stöcken umfaßt sowie laut Konzession vom 18. Dezember 1772 ein Zeug- und ein Ringelschmiedfeuer. 1822 war zur Erzeugung feiner Eisenwaren ein Feinstreckhammer hinzugefügt worden, während die Drahtzieherei und Nägelherstel lung hier aufgegeben und nur mehr an der Schleifen unter St. Jakob weiter betrieben wurde. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Josef Offner an der Schwemmtratten dann die Erzeugung von Stahl aufgenommen und stark entwickelt. Von dieser führte der Weg zur Sensenproduktion. Durch die sich ergebenden Ausfuhrmöglichkeiten nach den Iündern des Ostens bedeutete dieselbe eine gute wirtschaftliche Grundlage. Anfangs erzeugte Johann Offner, der seit dem Tode des Vaters Josef Betriebsleiter und seit 1870 auch Werksbesitzer war, noch den Rohstahl für seine Sensen selbst nach der alten Kärntner Stahlverfrischungsmethode, gab das aber dann zugunsten der ausschließlichen Sensenproduktion auf, als
78 Bezirksgericht Wolfsberg: Grundbuch d. Kat. Ged. Reding, E. Z. 12; Bezirksgericht Klagenfurt: Bergbuch der Eisenwerke des Klagenfurter Kreises, II, F. 917; F. C. Keller: Monographie des Lavanttales, 1902, S. 397.