Die Entwicklung der üxygenstahlverfahren
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dem Hochofen. Man ist aber auf diesem Gebiet trotz verschiedener Teilerfolge noch nicht zu einer großindustriellen Anwendung des Sauerstoffes gekommen.
Im Stahlwerk begann die Sauerstoffanwendung in den Jahren 1924/1925. Von Volkerts und Haag wurden in Deutschland Konverterversuche mit Sauerstoffzusatz im Wind zur Verkürzung der Blasezeit erfolgreich abgeschlossen. Diese Versuchsergebnisse wurden im Jahren 1930 von der Max-Hütte wieder aufgegriffen und betriebstechnisch so weiter entwickelt, daß praktisch seit dem Jahre 1932 dieses
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Bild 3. Füllung eines Konverters mit Roheisen.
Thomas-Stahlwerk mit sauerstoffangereichertem Wind arbeitet. Der Gebläsewind wird mit zirka 30% 0 2 angereichert. Bei einem durchschnittlichen Schrottsatz von 12% konnte mit dieser Arbeitsmethode eine Blaszeitverkürzung bis zu 25% erreicht werden. Später wurden dann in Haspe und Oberhausen erfolgreiche Versuche mit Windanreicherungen bis zu 35% Sauerstoff durchgeführt und der Betrieb in mehreren Rhein-Ruhr-Werken darauf eingestellt. Diese Versuche brachten aber auch die Erkenntnis, daß eine weitere Anreicherung der Sauerstoffkonzentration des Gebläsewindes bei bodenblasenden Konvertern durch eine zu schnelle Zerstörung des Düsenbodens unmöglich ist. Jene Thomas-Stahlwerke, die mit Sauerstoffanreicherung des Windes arbeiten, konnten den Stickstoffgehalt des Thomas- Stahles von früher zirka 0,016% auf 0,010% bis 0,006% senken. Dies stellt eine deutliche Qualitätsverbesserung des Thomas-Stahles dar. Sein relativ hoher Phos-