Karl Holey : Der Schutz der technischen Denkmale in Österreich.
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und die Macht haben, um die Großtaten der Technik zielbewußt zum Wohle der Gesamtheit zu verwerten.
Abseits von den Wirren der Zeit w r andelt die Technik kraft ihres Auftriebes auf der ihr vorgezeichneten Bahn weiter, gleichgültig, ob Lob oder Tadel sie begleiten. Die Entwicklungsgeschichte selbst hat der Technik ein festes Ziel gesetzt: die „Technokratie“. Die Technokratie wäll aber nicht etwa die Vorherrschaft der Techniker im Staate herbeiführen, die Technokratie erstrebt vielmehr das Eindringen des ordnenden und schöpferisch tätigen Geistes der Technik und ihrer vorausgestaltenden, auf die Steigerung des Wirkungsgrades und die Vermeidung der Leerlaufarbeit abzielenden Denkweise in den vielfach rückständigen, nachhinkenden und planlosen Wirtschaftsmechanismus unserer Zeit, um die hadernden Parteien durch die Macht und die Dienstbereitschaft der weltumfassenden Technik zum Arbeitsfrieden zusammenzuschweißen. Das Zukunftsreich der Technokratie ist ein völkerverbindender Organismus, welcher die Träume von einem künftigen Zusammenwirken der Nationen auf der festen Grundlage einer hochentwickelten Technik der Verwirklichung näherbringt. Schon erhellt sich an einigen Stellen die jdunkle Wolkenschicht, die seit dem Weltkrieg das gesamte Wirtschaftsleben verdüstert, und schon flattern gewichtige Stimmen auf, die den wahren Nutzen eines Landes nicht in der wirtschaftlichen Unterjochung und Ausbeutung eines anderen Landes erblicken, sondern vielmehr darin, daß alle Staaten die Möglichkeit erhalten, ihre eigenen Kräfte zur Stärkung der allgemeinen Wohlfahrt zu entwickeln.
Dem neugegründeten Österreichischen Forschungsinstitut für Geschichte der Technik fällt hierbei in seinem bescheidenen Rahmen die Aufgabe zu, den rühmlichen Anteil Österreichs an der Entwicklung der Technik darzulegen, von der technischen Inventargeschichte zur Geistesgeschichte der Technik vorzudringen und mitzuwirken, um der völkerverbindenden Technokratie die Tore des Lebens zu öffnen.
Der Schutz der technischen Denkmale in Österreich.
Von
Ing. Dr. Karl Holey.
Mit 7 Abbildungen.
So alt wie die Menschheit, so alt ist die Technik, und solange es Menschen gibt mit schöpferischem Geist und mit tatbereitem Willen, solange gibt es Werke der Technik. Während schon in früher Zeit Bestrebungen zu verzeichnen sind, die von der Anteilnahme der Menschen für die Denkmale der Kunst und Geschichte zeugen und die eine Bedachtnahme auf deren Schutz erkennen lassen, hat man sich erst sehr spät der technischen Denkmale erinnert, und erst seit kurzer Zeit ist man um ihren Schutz bemüht. Diese Tatsache darf nicht so gedeutet werden, als ob