Aufsatz 
Österreich als Ingenieurland
Entstehung
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Das Bergwesen Österreichs.

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Montan- Gesellschaft anf ihren Köflacher Kohlenwerken eine Kohlentrocknungs­anlage erbaut, in welcher der unter 200 mm gebrochene, mit 36% Grubenfeuchte ein­gesetzte Lignit auf 16 bis 13% Feuchtigkeit heruntergetrocknet und dabei gleichzeitig nahezu entschwefelt ward. Die so erzeugte Trockenkohle hat gegenüber der Rohkohle einen um 1400 W. E. höheren Heiz­wert, behält ihre ursprüngliche Stückigkeit und nimmt auch bei län - gerer Lagerung nur unbedeutende Feuchtigkeitsmengen wieder auf.

An der Bekämpfung der Kohlenstaub- und Schlag­wettergefahr haben österreichi­sche Ingenieure eifrig mitgewirkt:

1887 errang Joh. Lauer mit seinen Friktionszündern einen Preis. Zur rechtzeitigen Schlagwetteranzeige hat Prof. Dr. H. Fleissner der Montanistischen Hochschule Leo­ben einetönende Benzinlampe konstruiert, der die ,, Wolff - Fleissner-Lampe nachfolgte. Auf dem Gebiete des Rettungs- wesens wurde von R. Walcher von Uysdal und Doktor Gärtner im ,, Pneumat ophor das erste brauchbare Atmungsgerät ge­schaffen und später von Professor Bamberger und Prof. Böck der Pneumatogen - Rettungsapparat eingeführt.

Auf dem steirischen Erzberg wird der mit den modernsten Einrichtungen im großzügig angelegten Tagbaubetrieb gewonnene Spateisenstein durch ein Dr. Ing. Apold und Prot. Dr. H. Fleissner patentiertes Röstverfahren auf 45% Eisen angereichert.

Im Auf bereitungswesen ist die fruchtbare Tätigkeit P. R. v. Rittingers, einer Autorität von europäischem Rufe, besonders hervorzuheben.

Die höchste Leistung auf dem Gebiete der Fördermaschinen ist der 1921 auf dem steirischen Erzberge erbaute Hugo-Stinnes-Aufzug, der bei 1316 m flacher Länge und 484 m Höhenunterschied stündlich 630 Arbeiter befördert.

Der Magnesitbergbau Österreichs wurde 1880 durch Karl Spaeter, dem Gründer der Veitscher Magnesitwerke A.-G., ins Leben gerufen, dem die Entdeckung der mächtigen Magnesitlager in der Veitseh, im Sunk bei Trieben und anderwärts in Steiermark zu verdanken ist. Die bei der Ausstampfung von basischen Martinöfen erreichten günstigen Resultate erregten seinerzeit allgemeines Aufsehen in der Stahl- und Eisenindustrie der ganzen Welt. 1891 wurden dann

Kohlentrocknungsanlage in Köflach nach System Fleißner (1927).

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