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Othmar Keie-Eichentiiurm : Das Hüttenwesen Österreichs.
in der Veitsch die ersten Versuche mit Erfolg durchgeführt, aus dem gebrannten Veitscher Sintermagnesit hochfeuerfeste Steine anzufertigen. Österreich war in bezug auf Erzeugung und Verwendung von basischem feuerfestem Material und Steinen bahnbrechend. 1910 wurde in Radenthein (Kärnten) mit amerikanischem
Kapital durch die Austro- American- Magnesit Co. ein neues Magnesitwerk errichtet, welches gegenwärtig als das größte einheitliche Magnesitwerk der Welt gelten kann. Es hat 1915 den ersten Tunnelofen zum Brennen von Magnesitziegeln eingeführt, der eine Brennstoffersparnis von 50% brachte. Weiters gebührt Radenthein das Verdienst, unter Benützung eines alten Patentes die Heraklith - Bauplatte geschaffen zu haben. Endlich hat es eisenhäl- tigen kristallisierten Magnesit zur Herstellung von kaustischem Magnesit für die Sorel-Zementindustrie erfolgreich verwendet. Beide Magnesitwerke sind auf das modernste eingerichtet, mit elektrostatischen Staubreinigungsanlagen versehen und sind in der Lage, den Weltbedarf an Sintermagnesit zu decken.
Anfangs der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden nach den ersten Erdölfunden in Galizien unter der Führung erfahrener Bohrtechniker, wie Ing. Fauk sen., Mac Garvey und später Pribila, Trautzel, eigene Werkstätten für Tiefbohrtechnik ins Leben gerufen, aus welchen eine Reihe von neuen Maschinen und Einrichtungen hervorging, die noch heute Gemeingut der Bohrtechniker der ganzen Welt sind.
In dem in Österreich zu hoher Blüte gelangten Salinen wesen wurden namentlich durch die Erzeugung von Tafelsalz in Vakuumverdampfern und durch die Herstellung von jodierten und Medizinalsalzen wesentliche Fortschritte erzielt.
Abb. Magnesittagbau Veitsch.
Das Hüttenwesen Österreichs.
Von
Prof. Dr. Ing. Othmar Keil-Eichenthurm, Leoben.
Die österreichischen Ingenieure sind in hervorragender Weise schöpferisch für die Entwicklung der Eisenindustrie tätig gewesen. In der Zeit vor dem Jahre 1880 sei besonders die Tätigkeit Ritter v. Tunners, des Begründers der Bergakademie in Leoben, erwähnt und dessen anerkanntes Verdienst um die Entwicklung der Zementglühstähle, Gußstähle und der Federfabrikation hervorgehoben.