Österreichs Energiewirtschaft.
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Erweiterung derselben in größerem Umfange geplant ist. Professor Löffler, der vor kurzem gestorben ist, war Mitarbeiter von Professor Dr. Riedler, auch ein Österreicher, der auf dem Gebiete der raschlaufenden Pumpen bahnbrechend gewirkt hat.
Die nach seinem Erfinder, dem österreichischen Professor Dr. Victor Kaplan, benannte Kaplan-Turbine mit drehbaren Laufschaufeln, die sich durch ihre hohe spezifische Drehzahl auszeichnet, bedeutet einen gewaltigen Fortschritt auf dem Gebiete des Wasserturbinenbaues. Bei Flußkraftwerken, insbesondere wo es gilt, große Wassermengen bei relativ kleinem Gefälle zu verarbeiten, hat sich diese Turbine mit ihrem in weiten Belastungsgrenzen annährend gleichbleibenden hohen Wirkungsgrad bestens bewährt.
Vorkriegszeitig gab es nur in den Kronländern Niederösterreich,
Oberösterreich und Steiermark an den für die Wasserkraftnutzung besonders günstig gestalteten Flußläufen — Erlauf, Traun und Mur — Überland - Elektrizitätswerke, von denen die Werke an der Traun größeren Umfang hatten.
Die Stadtgemeinde Wien hat zu Beginn dieses Jahrhunderts ein eigenes kalorisches Kraftwerk für die Stromversorgung der Stadt errichtet, die damals bestandenen privaten Werke -wenige Jahre später erworben und sich dadurch das Stromlieferungsmonopol für Wien gesichert.
Während der Kriegszeit hat die Gemeinde Wien das in der Nähe liegende Braunkohlen werk Ebenfurth erworben, um dem sich fühlbar machenden Mangel an Kohle zu begegnen; sie hat auf diesen Kohlengruben eine Zechenzentrale errichtet und diese zu einem Überlandwerk ausgestaltet, das auch die südlich Wien gelegenen stark bevölkerten Ortschaften und deren Industrie mit Strom versorgt. Seither sind diese Werke bedeutend ausgestaltet worden durch Aufstellung von großen 30000 kVA - Maschinenaggregaten, die mit hochgespanntem und hochüberhitztem Dampf betrieben werden. Die heutige Abgabe an elektrischer Arbeit beträgt 540 Millionen kWh.
Wie schon früher erwähnt, wurde nach dem Kriege der Ausbau der heimischen Wasserkräfte energisch betrieben.
Abb. 4/ Löffler-Dampfmaschine, 100 Atm. (1927).
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