Aufsatz 
Österreich als Ingenieurland
Entstehung
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Bruno Enderes: Das österreichische Verkehrswesen.

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die Österreichischen Bundesbahnen, welche in 3 Kraftwerken eine installierte Leistung von 75000 kW besitzen.

Diese Anlagen haben einen Kapitalsaufwand von annähernd 570 Millionen Schilling erfordert, was wohl als eine bemerkenswerte Kraftanstrengung des durch den Krieg in so bedrängte wirtschaftliche Verhältnisse geratenen Österreich gewertet werden muß.

Die Gesamtleistung der in Österreich bestehenden größe­ren kalorischen Anlagen mit je über 500 PS Leistung be­trägt rund 400000 kW, deren gesamte Jahresarbeit im ab- gelaufenen Betriebsjahre mit 750 Millionen kWh zu bewer­ten ist.

An ausbaufähigen Wasser­kräften stehen in Österreich noch rund 3 Millionen PS (Jahresmittelleistung) mit einem Arbeitsvermögen von rund 21000 Millionen kWh zur Verfügung. Rechnet man diesem Arbeitsvermögen das der bestehenden Anlagen mit 3000 Millionen kWh hinzu, so erhält man bei nur 60%iger Ausnützung eine nutzbare Jahresarbeit von 14400 Millionen kWh, eine Zahl, die bei weitergehender Verbundwirtschaft noch erheblicher Steigerung fähig ist. Wenn Österreich je Kopf der Bevölkerung selbst 1000 kWh konsumieren w T ürde, würden immer noch 6000 Millionen kWh erübrigen; durch Ausfuhr eines Teiles dieses Jahresarbeitsvorrates könnte dem Lande eine bedeutende Einnahms­quelle erschlossen werden.

Abb. 6. Wehr Pernegg an der Mur, Stauhöhe 11m. Steiermärkische Wasserkraft- und Elektrizitäts-A. G.

Das österreichische Verkehrswesen.

Von

Sektionschef a. D. Ing. Bruno Enderes, Wien.

hinter den Sondergebieten der Technik, auf denen sich Österreich dauernd ausgezeichnet und zeitweise eine unbestrittene Führerstellung eingenommen hat, ist vor allem das Verkehrswesen zu nennen, und in dessen Rahmen insbesondere das Eisenbahnwesen und die Schiffahrt. Die gegebenen Verhältnisse dieses Staats­wesens haben eine hervorragende Betätigung seiner Ingenieure auf diesem Sonder­gebiete der Technik geradezu erzwuingen. Österreich-L T ngarn lag an den wichtigsten Wegen, die von Südeuropa quer über die Ostalpen und längs deren Ostrand nach dem nördlichen Europa und von seinem Westen durch das Donautal nach dem Süd-