Aufsatz 
Der Geistschacht am Röhrerbühel in Tirol / von Guido Hradil
Entstehung
Seite
86
Einzelbild herunterladen

86

Guido Hradil

stellen. Westlich vom Röhrerbühel liegt der Fuggerbau; zwischen diesem und dem Röhrerbühel liegt hart am linken Ufer der Raintaler Ache der Rabstollen mit drei kleineren Stollen, in denen ebenfalls die Röhrerbüheler Erzklüfte in Abbau standen. Der ScHMiDTsche Bericht bringt in weiterer Folge noch eine sehr eingehende Dar­stellung der Personal- und Arbeitsverhältnisse im Bergbau am Röhrerbühel.

Eine besondere Erwähnung verdient noch die Salzgewinnung im Röhrerbüheler Bergbau. Am 30. Juni des Jahres 1629 wurde von der Röhrerbüheler Gewerkschaft an die Kammer die Anzeige erstattet, daß im 17. Laufe des Geisterschachtes, d. i. in einer Tiefe von 496 y 2 Klaftern, eine mannsdaumendicke Salzquelle erschrotten worden sei. Nach Besichtigung dieser Quelle durch eine landesfürstliche Kommission wurde am Röhrerbühel von einem gewissen Pöll mit einer hölzernen Pfanne das Salz nachBurgunderart abgedampft. Ein zweiter, später von Haller Salinen­arbeitern mit eisernen Pfannen vorgenommener Versuch hatte besseren Erfolg, doch waren die Ergebnisse immer noch nicht derart, daß man einen ergiebigen und rentablen Betrieb hätte einführen können. Mit der beim Geisterschacht in Betrieb gestandenen Fördermaschine konnten in 24 Stunden 84 Tonnen, jede zu 5 Eimer und 16 Maß, somit 453 Eimer und 24 Maß Salzwasser zutage gehoben werden, woraus sich die Leistungsfähigkeit der damals am Röhrerbühel in An­wendung gestandenen Wassergöpel beurteilen läßt. Die Erwartungen aber, welche man an das Salzwerk geknüpft hatte, erfüllten sich nicht, weil das Salz giftige Eigenschaften gehabt haben soll, vermutlich zufolge seiner Verunreinigung mit Kupfer.

Beachtenswert ist die in dem amtlichen Protokolle vom Jahre 1769 enthaltene Äußerung des Hofkommissärs von Hechengartner über die Möglichkeiten weiterer Aufschlußarbeiten am Röhrerbühel:

Nachdem in dem ganzen Gebirgsrevier vom Gsöllenbau bis zum Geist- und bis zum Rosner-Richtschachte alle alten Zechen, in welchen viel Erz vorfindig gewesen, überkuttet, die Hangende und Liegende untersucht, die von den Haupt­gängen abgerissenen Mittel, mit Querschlägen verkreuzte Trümmer allschon durch­aus verhauet, so kommt es bloß auf die vom Rosner-Richtschacht in das Hangend gegen Mittag angelegten, bereits etliche 40 Klafter eingetriebenen 2 Querschläge an, um mittels solchen die auf dem 13. und 14. Lauf in der Tiefe mächtig und edel verhaute, höher noch ganz sein sollende Hangendkluft zu verkreuzen und die von dem Gsöllenbau-Richtschacht auf dem 8. und 9. Lauf gegen Mittag und Abend dem Ruedelwald zu befindlichen Reviere zu untersuchen, allwo der daige Schacht vor 165 Jahren bereits verbrochen, doch aber von den Alten einige Erze in dortiger Grube ganz unfehlbar hinterlassen worden sind. Und da man mit vorerwähntem Querschlag die Hangendkluft in Bälde erreichen dürfte, andurch erfahren werde, was in dieser Gegend an Erzen vorfindig, so wäre alsdann, wenn diese Kluft bau­würdig erschrotten werden sollte, welches Gott geben wolle, ein Communicationslauf von dem Geister 11. gegen den Gsöllenbau 8. Lauf durch denalten Verhau bei 60 Klafter lang herzustellen, auf solchen die Wässer hinüberzuleiten, da man auch mit der Gewältigung durch den alten Mann einiges Erz zu bekommen die Hoffnung hat... Dieses ist zwar nur so verstanden, wann mit den Hangendschlägen ein Erz erobert werden sollte.