Aufsatz 
Altösterreichische Münzstätten / von August Loehr
Entstehung
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August Loehr: Altösterreicliische Münzstätten.

dailleure in Augsburg und Nürnberg besorgen ließen, ist unter Josef I. und ganz besonders unter Karl VI. die Münzstätte Wien vervollständigt und mit künstleri­schem Personal ausgestattet worden, so daß seither eine reiche Folge von künst­lerisch wertvollen offiziellen Medaillen im Wiener Münzamt entstanden ist. Von den Münzen hat eine, der Konventionstaler mit dem Bilde der Kaiserin Maria Theresia, geradezu Weltbedeutung gewonnen. Seit 150 Jahren fast völlig unver­ändert ausgeprägt, dient derMaria Theresientaler bis heute dem Geldverkehr orientalischer Länder. Die Zahl der in* verschiedenen österreichischen Münzstätten Wien, Hall, Günzburg, Kremnitz, Karlsburg, Mailand, Venedig, Prag geprägten Maria Theresientaler wird auf 200 Millionen veranschlagt. 1752 waren es 1 Million

Abb. J. Prägewalzen aus Hall in Tirol.

Stück, 1902 sogar deren 7 Millionen, 1927 wurde die Höchstzahl mit 15501000 erreicht. Diese Prägung wird auch heute noch fortgesetzt.

Es ist bemerkenswert, daß die Münzstätte Wien bald die Stellung einer über­geordneten Hauptmünzstelle gegenüber den anderen österreichischen Münzstätten einnahm, diese kontrollierte, sie mit Prägestempeln versah und so wesentlich an der Schöpfung eines einheitlichen Münz- und Geldwesens innerhalb der so disparaten österreichischen Monarchie mit wirkte. Aber auch über die Grenzen Österreichs hinaus hat das Wiener Hauptmünzamt Betätigung gefunden. Noch in den letzten Jahrzehnten sind für Serbien und Rumänien, für Griechenland und Bulgarien, für Montenegro und Albanien, für Polen, für Abessinien, Persien, China, Brasilien und Uruguay, Ägypten und die Türkei Münzen oder Münzproben hergestellt worden.

Der führenden Stellung der Wiener Medaille seit mehr als zwei Jahrhunderten ist schon gedacht worden. Nochmals aber soll zum Schluß mit Nachdruck auf die große Bedeutung des Zusammenwirkens des technischen Versuchswesens und der Numismatik für die Wirtschafts- und Kulturgeschichte hingewiesen werden.