Heft 
1932: Erstes Heft
Entstehung
Seite
128
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Die Wiederaufrichtung der Stubaier Kleineisenindustrie.

Von

Hofrat i. R. Ing. Heinrich Pösendeiner.

Mit 1 Abbildung.

Die Kleineisenindustrie wird im Stubaitale bei Innsbruck in seinem Hauptorte Fulpmes und in den Nachbarorten Plöven und Medratz betrieben. Die wichtigsten

Abb. 1. Alte Hammerschmiede in Fulpmes.

Erzeugnisse sind: Werkzeuge, alpine Ausrüstungsgegenstände, Hacken- und Messer­waren, bäuerliche Haus- und Küchengeräte, Kuhschellen. Die Lage des Tales ist nach heutigen Anschauungen für den Betrieb einer Kleineisenindustrie nicht sonder­lich günstig, weil die Bezugsorte für die wichtigsten Rohstoffe, Eisen, Stahl und Kohle, aber auch die größten Absatzgebiete weit entfernt liegen. In früheren Zeiten war dies jedoch anders, denn es gab im Stubai einen blühenden Bergbau auf Eisen, Blei und Silber, was durch Urkunden, alte Flur- und Gassennamen, Spuren alter Bergbaubetriebe und durch mündliche Überlieferungen bezeugt wird.

Der Bergbau und das Hüttenwesen dürften wohl durch ihren Bedarf an Werk­zeugen den Anlaß zur Entstehung der Kleineisenindustrie gegeben haben, aber bereits im 15. Jahrhundert soll schon der Vertrieb von Stubaier Schmiede waren durch Stubaier Hausierer nach auswärts stattgefunden haben. Als später Bergbau