Aufsatz 
Bedeutende Holzbringungsanlagen des 12. bis 19. Jahrhunderts in Österreich / von Leo Hauska
Entstehung
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Leo Hauska: Bedeutende Holzbringungsanlagen in Österreich. 139

mit relativ kleinem Durchflußprofil, und man nannte solche Transportanstalten Wasserriesen oderSchwemmkanäle.

Wie weit die Trift zurückreicht, beweisen Salzburger Urkunden, aus denen einwandfrei hervorgeht, daß schon im 12. Jahrhundert in der Salzach bei Hallein Rechenanlagen bestanden, die der Triftung von 140000 bis 160000 Raummetern Holz dienten. Einen solchen Rechen finden wir noch im 17. Jahrhundert wieder. Ein anderes Beispiel einer alten Triftanlage bietet der Holzrechen in der Enns bei Hieflau in Steiermark.

Heute sind diese Anlagen bereits aufgelassen. Denn die ursprüngliche Form des Betriebes, nur mit den Frühjahrshochwässern zu triften, wurde bald als unwirt­schaftlich erkannt; es war einerseits unsicher, ob zeitentsprechend auch genügend lange dauernde Hochwässer eintreten würden, um die vorgeschriebene Holzmenge abzuschwemmen, anderseits gaben aber vermehrte Hochwässer bei gleichzeitiger Triftung den Anlaß zu stets wiederkehrenden Hochwasserschäden.

Man machte sich zunächst von der Benützung der Hochwässer unabhängig und schuf künstliche Stauwerke,Klau­sen genannt, mit deren Hilfe die gesam­melten Niederschlagswässer in einem für # die Aufrechterhaltung des Betriebes not­wendigen Maße für die Zeit der Trift­dauer abgegeben wurden. Für die Her­stellung der ersten Klausen, die in bescheidenem Ausmaße ausgeführt, die Bezeichnung Wasserstuben führten, wurde zunächst das meist an Ort und Stelle genügend vorhandene Holz als Baustoff verwendet. Man ging aber, sobald die große Bedeutung der Wasserstau werke für den geordneten Trift- oder Elößereibetrieb erkannt war, zu Stabilbauten über, und so entstanden bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts groß angelegte Triftanlagen.

Die älteste Massivklause Österreichs ist die unter Maria Theresia im Jahre 1756 mit einem Kostenaufwand von 10000 Gulden an Stelle einer Holzklause erbaute Hauptklause in Klausen-Leopoldsdorf bei Baden in Niederösterreich. Der Klaus­körper besteht hier aus einem durch Tegelschlag gedichteten Erddamm mit beider­seitiger Quader Verkleidung, wobei die mächtigen Quadern miteinander durch Eisen verankert sind. Die Konstruktionshöhe der Klause beträgt 5,20 m, und es können durch die Klause rund 77 800 m 3 Wasser gestaut werden. Zwei mächtige Holztore (h = 1,70, b = 1,70 m) dienen zur Regulierung des Triftwassers. Der Verschluß ist durch ein kombiniertes Heb- und Schlagtor gebildet. Während das dem Schlagtor vorgelagerte Hebtor der Regulierung der jeweilig erforderlichen Größe der Tor­öffnung dient, stellt das Schlagtor eine typisch forsttechnische Konstruktion dar (Abb. 2), durch deren Betätigung es ermöglicht wird, die Durchflußöffnung spontan vollständig frei zu geben. Das Schlagtor ( T ), welches um eine vertikale Achse (1^)

Abb. 1. Alte Brücke mit Holzrechen bei Hieflau.

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