140
Leo Hauska
Vi
T
ßA V z
l
i>
drehbar angeordnet ist, lehnt sich gegen eine um die vertikale Achse ( V 2 ) drehbare Säule „Sperrgrindel“ ( S ), die einen Dorn ( D ) besitzt. Dieser Dorn wird durch einen in horizontaler Achse drehbaren Hebel gestützt, wodurch das Sperrgrindel in seiner Lage festgehalten und das Tor geschlossen bleibt. Läßt man durch einen vertikalen Schacht den Schlagbaum (B) herabfallen, so klappt der Hebel auf, der Dorn verliert seine Stütze, infolge des Wasserdruckes ^gibt das Sperrgrindel in drehender Bewegung nach, und das Tor öffnet sich. Durch die Anwendung dieses
Torverschlusses ist es möglich, ohne besonderen Mechanismus, auch große Toröffnungen fast augenblicklich freizulegen.
In der Zusammenarbeit mit 13 Nebenklausen, mit einem Gesamtfassungsraum von 293 604 m 3 , lieferte die Hauptklause das nötige Triftwasser für die Brennholztrift in der Schwechat. Die Gesamtlänge der Triftwege betrug mit Einbeziehung aller Nebentriftgewässer bis zur Hauptklause 84 km und von dort bis zum Rechen in Baden noch weitere 20 km. Das jährliche Triftquantum betrug im Jahre 1793 21000 Klafter, im Jahre 1870
53000 Raummeter Brennholz. Noch heute werden im Durchschnitt 10000 Raummeter Brennholz jährlich nach Baden getriftet, wobei die Hauptklause und neun Nebenklausen im Betrieb stehen.
Den Abschluß der Brennholztrift auf der Schwechat bildet die Badener Rechenanlage. Diese Anlage besteht aus einem großen Abweisrechen in der Schwechat, der das Triftholz in den geräumigen Rechenhof weist. Die Regulierung des Triftwassers im Hofe wird durch drei mit Schützen und kleinen Abweisrechen abschließbare Fallbäche ermöglicht. Der Rechenhof selbst wird von einem großen Steinpfeilerrechen abgeschlossen. Vor diesem befindet sich ein Sandgitter, das eine Verschotterung des Rechenhofes verhindert. Während das Triftholz im Rechenhof zurückbehalten wird, fließt das Triftwasser unterhalb des Rechens in einem Gerinne wieder der Schwechat zu. Die Badener Rechenanlage wuirde im Jahre 1805 mit einem Kostenaufwand von 120000 Gulden erbaut.
Ein interessantes Bauwerk ist auch die im Jahre 1809 von Franz Pfifferling erbaute „Chorinskyklause“ im Goiserer Weißenbachtale in Oberösterreich. Diese w'urde im Jahre 1819 vom Hofkammerpräsidenten Grafen Ohorinsky feierlich eröffnet und dem Betriebe übergeben. Sie stellt den Typus einer reinen Mauerw r erks- klause aus Stein dar. Bei der höchsten zulässigen Stauhöhe von 6,7 m konnte ein Rückstau von 75000 m 3 erzielt werden. Das Bauw'erk ist allerdings schon seit vielen Jahren außer Betrieb, aber noch ziemlich gut erhalten und leistet heute als Verlandungssperre im System der Verbauung des Weißenbaches ausgezeichnete Dienste. Die Klause bietet einen äußerst romantischen Anblick, und es ist besonders der Umstand zu begrüßen, daß dieses Bauwerk unter Denkmalschutz steht und so der Nachwelt erhalten bleiben wird.
' H D
Abb. 2. Aufriß und Grundriß des Schlagfores der Klause in Klausen- Leopoldsdorf.