Bedeutende Ilolzbringungsanlagen in Österreich.
143
der Arbeit zunächst gar nicht gedacht werden konnte. Huebmers Erfindungsgeist hatte aber auch diese schwierige Situation bald überwunden, indem er das durch die Felsspalten in den Stollen herabsickernde Wasser zum Betrieb einer Ventilation benützte. Das Sickerwasser wurde zunächst in einer Kinne zusammengefaßt und auf ein breitschaufliges Mühlrad fallen gelassen, mittels welchem ein Blasbalg in Tätigkeit gesetzt wurde. Die dem Blasbalg entweichende Luft wurde
Abb. 6. Spitzkehre in Daraufsicht.
Abb. 5. Huebmerscher Bremsberg
in Brunnenröhren bis zum jeweiligen Arbeitsplatz im Stollen geführt. Die auf diese Art eingepreßte Frischluft trieb dann die Stickluft durch den Stolleneingang aus und in kürzester Zeit konnte wieder weitergearbeitet werden. Am 8. März 1827 erfolgte der vollständig geglückte Durchbruch, der in vertikaler wie auch in horizontaler Richtung nicht die geringste Abweichung zeigte. Mit der Fertigstellung des Durchschlages war nun die Lieferung aus jenem Urwaldgebiete, das sich von dem Gebirgskamme bis etwa 600 m unter diesen erstreckte, gesichert.
Um aber auch den restlichen Teil des Urwaldes der Auf Schließung zuzuführen — ein Aufwärtsschleifen des Holzes war wegen der Steilheit der Hänge ausgeschlossen — baute Huebmer ungefähr 100 m unterhalb des Durchschlages einen Kanal, dessen abgetreppte Sohle in Fels ausgesprengt werden mußte. Der Kanal wurde von 22 Quellen des Mürzursprungsgebietes gespeist.