Aufsatz 
Bedeutende Holzbringungsanlagen des 12. bis 19. Jahrhunderts in Österreich / von Leo Hauska
Entstehung
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Leo Hauska

Das Holz wurde auf den an Ort und Stelle erbauten Schiffen, auf welchen durch­schnittlich 23 bis 34 Festmeter verladen werden konnten, durch Pferdezug und Betäti­gung diverser Schützen mit Überwindung der Treppenhöhe des Kanals bis unterhalb des Durchschlages befördert. Heute ist der HuEBMERsche Durchschlag nur mehr zum Teile begehbar und von dem Bestände der von ihm angelegten Schifffahrtskanäle geben nur mehr Reste von Stützmauern Zeugnis. Von hier führte der doppel­geleisige Aufzug (Abb. 5) das Holz zu dem um etwa 100 m höher befindlichen Durchschlag und zur Einwässerungsstelle in die Wasserriese. Das Holz wurde

auf Wagen verladen, die auf Holzschienen liefen. Zwischen den beiden Geleisen war ein Treppenweg angeordnet, der die Be­gehung des Aufzuges durch die Bedienungs­mannschaft während des Betriebes ermög­lichte. Der Antrieb des Aufzuges erfolgte mittels Wasserkraft, und zwar mit Hilfe eines Hanfseilantriebes in der bekannten Weise eines Bremsberges.

Nicht unerwähnt möge noch die Tat­sache bleiben, daß von Huebmer auch eine Rollbahn auf der Rax, am Scheibwald, in der Nähe des Übeltales gebaut wurde. Nähere Angaben über diese Bringungs­anlage sind leider heute nicht mehr erhält­lich, nur die Bezeichnung dieses Grabens mitEisenbahngraben läßt auf den seiner­zeitigen Bestand der Rollbahn schließen.

Es lohnt sich, über diesen interessanten Mann noch einige persönliche Angaben zu machen. Georg Htjebmer, am 11. April 1755 in der Gosau als Sohn protestantischer Bauersleute geboren, zog als Siebzehn­jähriger mit seinem Bruder Johann in das Viertel Ober-Manhartsberg, w r o er bei großen Holzabstockungen arbeitete. 1776 traten beide in den Dienst der k. k. Haupt­gewerkschaft in Eisenerz und zeichneten sich bei der Lösung schwieriger bringungs­technischer Fragen aus, besonders Georg begründete 1783 seinen Ruf als genialer Schwemmeister bei der Durchführung der Schwemmanlage NaßwaldHirschw r ang. Im Jahre 1805 löste er dieses Dienstverhältnis und begann seine oben beschriebene Tätigkeit als Graf Hovosscher Schwemmeister, durch welche er sich einen bleibenden Gedenkstein sicherte.

Nach einem großen Hochwasser der Salza im Jahre 1813 linderte Huebmer nach Möglichkeit die Not der schwer betroffenen Arbeiter und sorgte auch sonst in väterlicher Weise für sie und deren Kinder durch Erbauung eines protestantischen Schul- und Bethauses im Naßwald und Berufung eines Pfarrers, den er aus eigenen Mitteln besoldete. Das Volk verehrte in ihm den großen Wohltäter, was in der Grabschrift am Friedhof zu Naßwald für den am 20. März 1833 verstorbenen Mann überzeugend zum Ausdruck kam.

Abb 7. Georg Huebmer, 17551833.