144
Leo Hauska
Das Holz wurde auf den an Ort und Stelle erbauten Schiffen, auf welchen durchschnittlich 23 bis 34 Festmeter verladen werden konnten, durch Pferdezug und Betätigung diverser Schützen mit Überwindung der Treppenhöhe des Kanals bis unterhalb des Durchschlages befördert. Heute ist der HuEBMERsche Durchschlag nur mehr zum Teile begehbar und von dem Bestände der von ihm angelegten Schifffahrtskanäle geben nur mehr Reste von Stützmauern Zeugnis. Von hier führte der doppelgeleisige Aufzug (Abb. 5) das Holz zu dem um etwa 100 m höher befindlichen Durchschlag und zur Einwässerungsstelle in die Wasserriese. Das Holz wurde
auf Wagen verladen, die auf Holzschienen liefen. Zwischen den beiden Geleisen war ein Treppenweg angeordnet, der die Begehung des Aufzuges durch die Bedienungsmannschaft während des Betriebes ermöglichte. Der Antrieb des Aufzuges erfolgte mittels Wasserkraft, und zwar mit Hilfe eines Hanfseilantriebes in der bekannten Weise eines Bremsberges.
Nicht unerwähnt möge noch die Tatsache bleiben, daß von Huebmer auch eine Rollbahn auf der Rax, am Scheibwald, in der Nähe des Übeltales gebaut wurde. Nähere Angaben über diese Bringungsanlage sind leider heute nicht mehr erhältlich, nur die Bezeichnung dieses Grabens mit „Eisenbahngraben“ läßt auf den seinerzeitigen Bestand der Rollbahn schließen.
Es lohnt sich, über diesen interessanten Mann noch einige persönliche Angaben zu machen. Georg Htjebmer, am 11. April 1755 in der Gosau als Sohn protestantischer Bauersleute geboren, zog als Siebzehnjähriger mit seinem Bruder Johann in das Viertel Ober-Manhartsberg, w r o er bei großen Holzabstockungen arbeitete. 1776 traten beide in den Dienst der k. k. Hauptgewerkschaft in Eisenerz und zeichneten sich bei der Lösung schwieriger bringungstechnischer Fragen aus, besonders Georg begründete 1783 seinen Ruf als genialer Schwemmeister bei der Durchführung der Schwemmanlage Naßwald—Hirschw r ang. Im Jahre 1805 löste er dieses Dienstverhältnis und begann seine oben beschriebene Tätigkeit als Graf Hovosscher Schwemmeister, durch welche er sich einen bleibenden Gedenkstein sicherte.
Nach einem großen Hochwasser der Salza im Jahre 1813 linderte Huebmer nach Möglichkeit die Not der schwer betroffenen Arbeiter und sorgte auch sonst in väterlicher Weise für sie und deren Kinder durch Erbauung eines protestantischen Schul- und Bethauses im Naßwald und Berufung eines Pfarrers, den er aus eigenen Mitteln besoldete. Das Volk verehrte in ihm den großen Wohltäter, was in der Grabschrift am Friedhof zu Naßwald für den am 20. März 1833 verstorbenen Mann überzeugend zum Ausdruck kam.
Abb 7. Georg Huebmer, 1755—1833.