Bedeutende Holzbringungsanlagen in Österreich.
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Eine zweite, sicherlich erst nach dem Wassertransport zur Anwendung gelangte Transportart ist jene, die die Schwerkraft als alleinigen Betriebsfaktor benützt. Solche Transportanstalten bezeichnet man als „Riesanlagen“ und unterscheidet je nach ihrer Bahnherstellung: „Holzriesen“, „Erdriesen“ und „Rieswege“. Unter „Holzriesen“ versteht man, wie schon der Name sagt, ganz aus Holz hergestellte Riesbahnen, während ein „Riesweg“ eine in das Terrain eingeschnittene Gleitbahn darstellt. „Erdriesen“ stellen eine mehr rustikale Art von Rieswegen dar, bei welchen schon vorhandene Erdfalten und natürliche Rinnen zur Holzabfuhr benützt werden. Die ältesten Riesanlagen, sie dürften schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestanden haben, finden sich in dem seinerzeit zu Österreich gehörigen Südtirol.
Eine besondere Einrichtung dieser Riesen ist die Anwendung von Spitzkehren, „Würfe“ genannt. Die Würfe dienen zur selbsttätigen Abbremsung einer übermäßigen Geschwindigkeit des abriesenden Holzes. Es wurden an Riesen Geschwindigkeiten bis zu 25 m/sec gemessen. Die Riesbahn wird mit gemäßigtem Gefälle in die Spitzkehre eingeleitet, dann durch Vermittlung einer horizontalen Strecke in eine Gegensteigung bis zu 50% übergeführt. Die Gegensteigung wird so lang ausgeführt, daß selbst das schwerste Holz in ihr zur Ruhe kommt. Einer starken Querneigung der Riesbahn zufolge rollt das Riesholz in den zweiten stark geneigten Riesbahnast, so daß sich das Riesholz im zweiten Aste automatisch talabwärts weiter bewegt (Abb. 6). Im gegenwärtigen Österreich ist nur eine Spitzkehre beim Waldalmriesweg im steiermärkischen Wirtschaftsbezirk Groß-Reifling der österreichischen Bundesforste im Betrieb.
So weit auch die hier angeführten Transportanstalten in die Vergangenheit zurückreichen, einzelne stehen trotzdem noch immer in Verwendung und bilden so die Grundpfeiler, auf denen sich das neuzeitige, die Errungenschaften der Technik voll ausnützende forstliche Bauingenieurwesen aufbauen konnte.
Literaturverzeichnis.
Weber J. J., Illustrierte Zeitung. Leipzig 1847.
Wurzbach K., Biographisches Lexikon.
Klier E., Das Schleusenhaus des k. k. Grießrechens in Hallein im Herzogtum Salzburg. 1896.
Schönwiese, Die Wegriesen im Reichsforste Cadino. 1903.
Stauwerkkataster von Österreich.
Geschichte der Technik, H. 1.
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