Alte Salzwege vom Salzkammergut nach Böhmen.
Mit 8 Abbildungen.
Der Weg des Salzes von Hallstatt nach Linz.
Von
Hofrat Ing. C. Schraml.
Schon im ersten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung hat ein illyrischer Volkssplitter den Hallstätter Salzberg besiedelt und in mühevoller Grubenarbeit Steinsalz zutage gefördert; nicht bloß für eigene Zwecke, sondern vielmehr um es als kostbare Handelsware auf schmalen Saumpfaden über das Gebirge nach Norden und Süden zu tragen und dafür andere Lebensbedürfnisse, Schmuck und vor allem die zur Anfertigung der Werkzeuge unentbehrliche Bronze einzutauschen. Keltische Einwanderer verdrängten die ersten Bewohner und begannen neben der Steinsalzgewinnung auch Quellsole zu versieden, wozu sie irdene, in unmittelbarer Nähe des Solbrunnens aufgestellte Geschirre verwendeten. Die Erzeugung und der Vertrieb des Salzes hat unter der römischen Herrschaft ohne wesentliche Veränderung angehalten und wird wohl auch während und nach der Völkerwanderung nicht ganz zum Stillstand gekommen sein, wenn auch urkundliche Belege hiefür fehlen. Geschichtlich nachweisbar ist, daß bereits im 9. Jahrhundert mit Salz beladene Schiffe traunabwärts fuhren. Das Salz hatte also schon damals den Wasserweg beschritten.
Der zu Ende des 13. Jahrhunderts wieder eröffnete, uralte Salzbergbau in Hallstatt und seine Pfannstätte waren, durch die Gunst der Verhältnisse und die unablässige Sorge der Landesfürsten mächtig gefördert, im 16. Jahrhundert in der Entwicklung weit vorgeschritten. Das Hallstätter Salz gewann im Kampfe gegen das steirische, Halleiner und bayrische Salz in Ober- und Nieder Österreich stetig an Boden, wenn auch seine Erzeugung noch nicht groß genug war, um das fremde Salz aus diesen Ländern gänzlich verdrängen zu können. Erst nach der Erschließung des Ischler Salzberges 1563 und der Erbauung des Pfannhauses in Ebensee 1607 konnte die Hofkammer in Wien daranschreiten, die österreichischen Erblande ausschließlich mit Gmundner Salz zu versorgen. Das große böhmische Absatzgebiet jedoch mußte sie der Hauptsache nach noch Bayern und Salzburg überlassen, die das verbriefte Recht zur Salzeinfuhr nach Böhmen besaßen und diese innabwärts bis Passau und von hier über den goldenen Steig durch den Böhmerwald ins Landinnere bewerkstelligten. Einiges Gmundner Salz ging aber trotzdem schon frühzeitig nach Böhmen, da mehrere Orte des Mühlviertels, wie Rohrbach und Haslach das ihnen zustehende Privilegium zum Salzhandel ausnützten. Maximilian I. und seine Nachfolger erweiterten das Einzugsgebiet, 1547 errichtete die Hof kammer ein eigenes Salzhandelsamt in Prag und 1554 traf die erste Probesendung von großen Kufen aus Linz in Budweis ein. Unbeirrt durch den Einspruch Bayerns und Salzburgs setzte die Hofkammer mit der verstärkten Einfuhr von Gmundner Salz fort und schloß 1630, als die Leistungsfähigkeit der oberösterreichischen Salz-