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C. SCHRAML
Die ungestörte Ablieferung einer so großen Salzmenge bedurfte eines ausgedehnten und gut geleiteten Verwaltungsapparates, geeigneter und dauernd instand gehaltener Transportwege und Mittel sowie eines zahlreichen, geschulten Personals. Der Weg von den Pfannhäusern nach Böhmen war von der Natur vorgezeichnet und von altersher gegeben. Das in den Pfannhäusern geformte und in den Dörrkammern getrocknete Stocksalz, die schwach konisch geformten, 1 m hohen und 108 Pfund schweren nackten Fuder wurden auf Schiffe verladen und traunabwärts nach Gmunden geführt. Die Verschiffung der Fuder über den Hallstätter und Traun-
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Abb. 2. Der Traunkanal. \J
see bot keine Schwierigkeit, da sie nur vom Frühjahr bis zum Einbrüche des Winters erfolgte, desto mehr aber die auf der Traun. Ihr Fahrwasser war sehr unbeständig, in den regenarmen Zeiten ungenügend, bei Hochwasser wieder gefährlich. Die Schiffahrt mußte dann ausgesetzt werden, wodurch die Weiterverarbeitung des Salzes in Gmunden und dessen Versendung gestört wurde. Zur Behebung dieses Übelstandes hatte schon Maximilian I. 1511 am Ausflusse des Hallstätter Sees eine Klause einbauen lassen, durch welche der See gestaut und das Abwasser so geregelt werden konnte, daß zur Zeit der Schiffahrt gerade genug Überlauf war, um den mit Salz beladenen Zillen die nötige Tauchtiefe zu bieten. Ein weiteres Hindernis bildete die Flußschnelle des wilden Laufen, die gleichfalls von Maximilian I. für die Schiffahrt ungefährlich gemacht wurde.
Die in Gmunden einlangenden Fuder kamen in Lagerräume, in welchen sie zerschlagen und in hölzerne Geschirre, große Kufen von 148 Pfund Inhalt eingestoßen wurden. Als die beginnende Holznot zu Anfang des 18. Jahrhunderts zu größerer Sparsamkeit mahnte, ging man auf die Faßfüllung über, wozu das leichter zu beschaffende Schnittholz verwendet werden konnte. Die Holzverpackung des Salzes