Der Weg des Salzes von Hallstatt nacli Linz.
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war notwendig, weil die nackten Fuder den w r eiten Transport zu Wasser und zu Land nicht ausgehalten hätten. Die Form der großen Kufen wurde deshalb gewählt, um der Bevölkerung in Böhmen den Übergang zum Gmundner Salz zu erleichtern, da diese die Kufen vom Halleiner und Schellenberger Salz gewöhnt war.
Die von Gmunden abfahrenden Schiffe hatten anfangs ebenfalls unter der Unbeständigkeit und Ungleichmäßigkeit des Fahrwassers zu leiden; erst 1629 wurde die erste Seeklause in Gmunden erbaut, an welche sich später noch weitere Stau Vorrichtungen schlossen. Der Abfluß des Traunsees konnte nunmehr jederzeit
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Abb. 3. Die Wehranlage der Aumühle bei Roitham, 1650.
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nach den Bedürfnissen der Schiffahrt geregelt werden. Das größte Hindernis für den Salztransport unterhalb Gmundens, der Traunfall, war schon im 14. Jahrhundert durch einen Kanal umgangen und die Durchfahrt in der Folgezeit immer mehr verbessert worden. Im Jahre 1416 hatte der Waldmeister Seeauer eine Anlage geschaffen, die heute noch im großen ganzen in der damaligen Ausführung besteht. Ein Holzgerinne von 3O°/ o0 Gefälle verbindet das Oberwasser mit dem Unterwasser der Traun; es ist 7 m breit, 1,20 m tief und in einer Länge von 396 m an der Lehne hingeführt. Durch das stark gezimmerte Zugtor einer Schleuse am Einlauf des Gerinnes wurde nach Erfordernis das Oberwasser zurückgehalten; war das Zugtor aufgezogen, so konnten die Schiffe unter diesem Zugtor hindurchfahren und langten binnen 50 Sekunden, also mit einer Geschwindigkeit von 8 m/sec, am Unterwasser ein. Der Gegenzug fand mittelst Pferden statt, ln früher Zeit, als die erw r ähnte Schiffahrtsanlage noch nicht bestand, mußte das Salz von Gmunden bis Lambach auf Wagen verführt werden, bevor es auf die Schiffe umgeladen w r erden konnte. Die hiefür erforderliche Ländestelle, der Stadel, blieb auch später noch eine wichtige
Geschichte der Technik, H. 1.
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