Aufsatz 
Der Weg des Salzes von Hallstatt nach Linz / von Carl Schraml
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Der Weg des Salzes von Hallstatt nach Linz.

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Salzfertigern für den Küfelverschleiß und dem Großkufenhandelsamt für das nach Böhmen bestimmte Kufensalz, sondern verfertigten auch Tausende von Schiffen eigener Bauart, Tschaiken und Nassarn, für das kaiserliche Heer, das solche in den Kriegen gegen die Türken auf den großen ungarischen Flüssen zu Truppennach­schüben, Proviant- und Munitionstransporten wie zum Bau von Kriegsbrücken benötigte. Weil die Herstellung der Schiffe aus behautem Holz die Kammergut­wälder zu stark von Nutzholz entblößte, wurde seit 1654 geschnittenes Ladwerk hiezu verwendet. 1744 erwarb die Regierung für die Salzfahrten auf der Donau Cloh- und Kehlheimer Plätten aus Bayern, die einen noch größeren Laderaum be­saßen wie die Kammergutschiffe und die Kosten der Salzverfrachtung ermäßigten. Die heimischen Fahrzeuge wurden je nach der Größe in Sechser-, Siebner-, Achter­und Neunerzillen unterschieden. Die am häufigsten gebrauchte Siebnerin kostete im 18. Jahrhundert einschließlich des Eisenzeuges 65 Gulden.

Für die Schiffleute war der Weg von Hallstatt bis Linz aus mehrfachen Gründen in Abschnitte geteilt. Den Fuderführern und Urfahrmeistern in Hallstatt, Ischl und Ebensee oblag die Überlieferung der nackten Fuder nach Gmunden; das hier umgearbeitete Kufensalz wurde von den in Gmunden seßhaften Schiffleuten nach Stadel geführt, worauf diese am selben Tag wieder zu Fuß heimkehrten, wenn nicht eine Gegenfuhr ihrer bedurfte. Stadlinger Schiffleute übernahmen sodann den Weitertransport der durch Umladen erleichterten Salzzillen bis Zizlau. Die Beman­nung war je nach der Schiffgröße verschieden hoch, eine Siebnerzille erforderte 10, eine Sechserin 7 Schiffleute, den Naufergen als Führer, die Steuerleute, Mehringer und Knechte. Die Schiffleute wurden bis zum 18. Jahrhundert für die Naufahrt, hierauf nach dem Gewichte der Ladung entlohnt. Sie verdienten in der Fahrt je nach der Kategorie 31 bis 57*4 Kreuzer täglich und außerdem jeder ein Nachtmahlgeld von 16 Kreuzern. Später zahlte das Kufenhandelsamt für ein Pfund, d. s. 240 Zentner­fassei von Stadel bis Zizlau 5 fl. 16 kr. Die Traunfahrt auf dieser Strecke dauerte vom frühen Morgen bis in den Nachmittag, worauf die Schiffleute auf vom Stift Lambach beigestellten Fuhrwerken über die Welser Heide wieder nach Hause zurückkehrten. Das Kloster erhielt hiefür 16 Pfennig Fahrgeld pro Kopf.

Die Ansammlung so vieler Schiffleute 190 wohnten in Stadel und Hilfs­arbeiter zum Aus- und Umladen der Kufen, die laute Geschäftigkeit und das zuweilen tolle Treiben, wenn der von den Fertigern gespendete Wein die Geister weckte, gaben dem Stadel sein charakteristisches Gepräge. Bei dem Zusammentreffen der zahlreichen Schiffe, von denen die einen mit Zentnerfassei für Böhmen, die anderen mit Küfel für Niederösterreich oder mit Fuder für Herrschaften und Klöster beladen waren, reichten die geräumigen Schiffhütten nicht immer aus, so daß die Fahrzeuge häufig im Freien angeheftet nächtigen mußten. Der Regen durchnäßte dann die schlecht bedeckte Ladung und erforderte die kostspielige Nachfüllung der halbleeren Geschirre in den unteren Ladstätten Linz und Mauthausen. Mit dem Herannahen des Winters wurde es in Stadel stiller und begann für die Schiffleute die traurige Zeit des Zuwartens und des Mangels, den die von der Hofkammer gewährten Aus­hilfen, Teuerungszubußen und HofkornzuWendungen zwar milderten, aber nicht völlig zu beheben vermochten. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erging

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