Aufsatz 
Der Weg des Salzes von Hallstatt nach Linz / von Carl Schraml
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C. SCHRAML

es ihnen insoferne besser, als sie während des Rühens der Schiffahrt zu den laufenden Traunverbauungsarbeiten verwendet wurden.

Ähnlich, wenn auch nicht so ausgedehnt wie in Stadel, war die Ländestelle in Zizlau mit Schiffliütten und Salzstadeln besetzt. Leiter war ein Ausrichter des Kufenhandelsamtes, dem ein Zillenhüter als Gehilfe unterstand. Die Zizlauer Schiffleute brachten die mit Kufen beladenen Zillen nach Linz und Mauthausen, entluden sie dort und führten die leeren Schiffe wieder nach Zizlau zurück. Einiges Kufen- und Faßsalz nahmen die Donauschiffer von 1708 an nach St. Johannes

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Abb. 4. Die Beschädigung der Salzkufen auf dem Transport.

bei Krems mit, von wo aus es über Mähren in die böhmische Legstätte Pilgram verfrachtet wurde. Das in Linz abgelegte Salz kam anfangs in ein am Fuße des Schloßberges an der Donau gelegenes Magazin, den Graßhof, der vordem als Hof- stall diente. Die kellerartigen, feuchten, niedrigen und lichtlosen Räume waren zur längeren Einlagerung von Salz ganz ungeeignet, die unteren Kufenreihen waren bald durchnäßt, verloren ein Gutteil ihres Inhaltes und mußten, wenn im Frühjahr die alten Vorräte ausgeräumt wurden, mit großen Kosten wieder nachgefüllt werden. Man kann es heute nicht begreifen, daß die Hofkammer an diesem Zustande über hundert Jahre lange nichts änderte und sich erst zu Anfang des 18. Jahrhunderts entschloß, ein neues Salzmagazin am Hafnerplatz in Linz und einen Hilfsstadel nächst dem Kapuzinergarten in Urfahr zu bauen.

Auch in Mauthausen waren zur Zeit des Beginnes der Kufenlieferung nach Böhmen keine geeigneten Magazine vorhanden, die Salzkeller eng und feucht; doch wurden hier schon 1592 und 1633 neue und trockene Lagerräume geschaffen.

Die Traunschiffe mit ihrer wertvollen Ladung waren auf dem Wege zur Donau vielen Fährnissen ausgesetzt, alljährlich verunglückten Salzzillen in den Wehrdurch-