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Josef Sames
aufsicht führende Baron Sternbach großen Wert auf gute Arbeit legte und hiebei von der Bauleitung, dem Kreishauptmann v. Eckhart und dem Linzer Salzamtsverwalter von Erberstein bestens unterstützt wurde.
Die Leitung und Kontrolle des Salztransportes von Gmunden bis Budweis hatte bis 1770 das Großkufenhandelsamt, von da an das neu errichtete Obersalzversilberungsamt inne. Nach Auflassung dieses Amtes 1797 gingen die Geschäfte an die Banko-Gefällsadministration in Linz über, während in Gmunden bloß das Salzspeditionsamt verblieb. 1830 erhielt das Gmundner Salzamt den Verschleiß zur Gänze wieder zurück, die Geldrechnung führte die Salzverschleißkasse, die Gebarung das Salz verschleiß-Magazinsamt. Die Umarbeitung der Fuder in Kufen- und Faßsalz besorgte von 1834 an die k. k. Salzfaktorie, welche 1854 mit dem Hofkasten- und Bauamt zu einem Amte unter dem Titel ,,k. k. Salzmaterial- und Zeugverwaltung“ vereinigt wurde.
Quellen- und Literaturangabe.
Resolutionsbücher und das Archiv des Gmundner Salzoberamtes sowie die drei Reformationslibellen von 1524, 1563 und 1656. 1 Dickelberger, Systematische Geschichte der Salinen Oberösterreichs. 1817. 1 F. Krackowizer Geschichte der Stadt Gmunden. 1898—1900.
C. Schraml, Das oberösterreichische Salinenwesen vom Beginne des 16. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. 1932.
Der Weg des Salzes von Linz bis Budweis . 2
Von
Oberinspektor Josef Sames.
Der Weg des für Böhmen bestimmten Salzes führte von den großen Salzmagazinen in Linz und Mauthausen durch das Mühlviertel nach der Metropole Südböhmens, nach Budweis, von wo die Weiterbeförderung wieder zu Wasser auf
1 Sämtliche im Öberösterreichischen Landesarchiv zu Linz.
2 Zu den über diese Materie bereits vorhandenen Quellen, insbesondere den Werken Gerstners, der Abhandlungen von ’Weidmann, Huyer, Sames, Enderes und den im Verkehrsarchiv in Wien und im Eisenbahnmuseum in Wien vorhandenen Zeichnungen, Plänen, Bildern und Akten kommt neuerdings die vom o.-ö. Landesarchiv in Linz kürzlich erworbene Sammlung Bergauer.
Ing. Franz Bergauer (1805 bis 1886) hat vom Anfang an beim Bahnbau mitgearbeitet und war dann beim Betriebe als Lokaldirektor in Linz tätig. Während seiner mehr als fünfzigjährigen Eisenbahntätigkeit hat er eine große Sammlung von Tagebüchern, Berichten, Eingaben, Verträgen und Abrechnungen angelegt, die über Bau und Betrieb der ersten Eisenbahn wertvollen Aufschluß geben. Raummangels wegen konnte dieses Quellenmaterial hier nur in geringem Umfange verwertet werden. Der Direktion des Landesarchivs in Linz sei an dieser Stelle für die freundlich gewährte Einsichtnahme in diese Sammlung bestens gedankt.