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Josef Sames
an diesem ersten Eisenbahnprivilegium insbesondere der Umstand, daß dem Unternehmer bezüglich der Trasse vollkommen freie Hand gelassen wurde, so wie er auch in Tariffragen volle Freiheit hatte und nach Ablauf der Konzessionsdauer mit der Bahn machen konnte, was er wollte.
Gerstners Tätigkeit bis zur Erlangung des Privilegiums war aber nicht bloß eine technische, er hat auch den gesamten Einanzplan für das Unternehmen ausgearbeitet. Hiebei konnte er die Berechnung der Betriebskosten und der zu ge-
Abb. 5. Der Salztransport, dargestellt auf einer Aktie der k. k. priv. ersten Eisenbahn-Gesellschaft.
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wärtigenden Einnahmen nicht nach dem Vorbilde bestehender Eisenbahnen vornehmen und an solche anknüpfen, er mußte sich daher mit Vergleichen mit dem Euhrwerksverkehr auf Straßen behelfen. Demnach wurden die Erhaltungskosten mit einem Fünftel der Erhaltungskosten gewöhnlicher Landstraßen angenommen, da die Bahnbreite etwa den fünften Teil einer solchen Straße betrug, während die eigenen Frachtkosten mit einem Achtel der Kosten der Straßenbeförderung angenommen wurden, weil man annahm, daß ein Pferd auf der Schienenbahn achtmal mehr ziehen könne als auf der gewöhnlichen Straße.
Zu Beginn des Jahres 1825 trat Gerstner sein Privilegium einer von ihm gegründeten Aktiengesellschaft, der ,,k. k. privilegierten ersten österreichischen Eisenbahngesellschaft“ ab, in deren Dienste er nunmehr nach Zurücklegung seiner Professur als Bauführer trat. Die Stimmung für das Bahnunternehmen hatte er sowohl durch seine Veröffentlichungen wie auch durch eine im Wiener Prater aufgestellte 228 m lange Probebahn vorbereitet, so daß die Aktienzeichnung in kürzester Zeit vollen Erfolg brachte.