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Josef Sames
teilung der Stationen mehr den Bedürfnissen des Betriebes als dem Verkehrsbedürfnisse der durchfahrenen Gegenden angepaßt war.
Immerhin trat auch in dieser Beziehung noch während des Baues eine Änderung ein. Während das Privilegium als den einen Endpunkt der Bahn Mauthausen vorsieht, lediglich deshalb, weil die zu Wasser beförderten Salzmengen hier leicht auf die Bahnfahrzeuge umgeladen w r erden konnten, kam später der Gedanke zur Geltung, daß auch die zahlreichen Linzer Handelsgüter, die nach Südböhmen ver-
Abb. 6. Ansicht der Eisenbahn Linz-Budweis aus der Gegend von Freistadt in O.-ö. Zugleich ist die Leistung des Pferdes auf der Eisenbahn und auf der Landstraße
gegenübergestellt.
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schickt wurden, der Bahn als Frachtgut zunutze kommen könnten, so daß das Gesuch der Eisenbahngesellschaft um teilweise Änderung der konzessionsmäßigen Bahnlinie genehmigt und Linz als End-, bzw. Anfangspunkt der Bahn festgesetzt wurde.
Zu eben dieser Zeit trat auch eine Änderung in der Bauleitung ein, Gerstner trat von dieser zurück, weil die Bahngesellschaft eine billigere und einfachere Bauweise verlangte, die Gerstner nicht zu gestand, da dadurch die von ihm in Aussicht genommene spätere Einführung des Lokomotivbetriebes unmöglich gemacht wurde. Kurz vor seinem Rücktritte hatte Gerstner es noch zustande gebracht, daß der Bahngesellschaft auf sechs Jahre hin ein Monopol für die Salzbeförderung zuerkannt wurde.
Nach Gerstners Rücktritt übernahm Ingenieur Schönerer, der von Anbeginn an an den Bauarbeiten teilgenommen hatte, die Bauleitung. Seine Hauptaufgabe bestand darin, den Bau mit den geringen noch zur Verfügung stehenden