Die Anfänge der Elektrotechnik in Österreich.
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dem Verfahren von Farbaky & Schenek; sie ging im Jahre 1890 in das Eigentum der Firma Akkumulatorenfabrik Tudorschen Systemes Müller & Einbeck, der späteren Akkumulatorenfabriks A. G. über. Außerdem befaßten sich noch andere Unternehmungen wie: De Calö-Wien, Elektra-Budapest, Schoeller & Co.-Hirsch - wang, Wüste & Rupprecht-Baden bei Wien und die Raaber Akkumulatorenfabrik mit dieser Fabrikation, die aber dann alle in die Akkumulatorenfabriks A. G. mit dem Sitze in Wien aufgingen. Ihr langjähriger Direktor war Ludwig Gebhard, der auch im Elektrotechnischen Vereine die erste Anregung zur Gründung des Technischen Museums in Wien gab.
Die erste große elektrische Kraftübertragungsanlage in Österreich entstand im Jahre 1888 in der Papierfabrik Steyrermühl in Oberösterreich; sie wurde vom Verfasser dieses Beitrages in Vertretung der bekannten Schweizer Firma, Maschinenfabrik Oerlikon, zuerst mit 100 PS ausgeführt und später auf 400 PS vergrößert. Es war dies eine Übertragung mit vier hundertpferdigen Gleichstromdynamos der Manchester-Type, von C. E. L. Brown konstruiert, welche in zwei Dreileitersystemen mit je zweimal 1400 Volt arbeitete. Auf diese erste Anlage folgten dann noch einige große Übertragungen mit Gleich- und später mit Dreh- strom.
Dann kamen die ersten Einphasen-Wechselstrommotoren mit Kunstphase, ebenfalls zuerst von Oerlikon gebaut und in Österreich eingeführt und hauptsächlich von der damaligen Internationalen Elektrizitäts-Gesellschaft im Wiener Wechselstromnetze verwendet. Die erste Drehstrom-Kraftverteilung in Österreich war die mit Oerlikoner Maschinen und Motoren errichtete Anlage in der Drahtfabrik Feistritz im Rosenthale (Kärnten).
Aus den geschilderten Anfängen der Elektrotechnik hat sich in den verflossenen fünf Jahrzehnten die großartige heimische Industrie entwickelt, welche durch die Großfirmen Siemens & Halske, Österreichische Siemens Schuckert-Werke, A. E. G. Union, Österreichische Brown Boveri-Werke, Elin A. G. und Accumulatoren- Fabriks-Actienges. repräsentiert ist und deren Leistungen den Stolz der österreichischen Elektrotechnik bilden.