Der technisch-wissenschaftliche Anteil Österreichs an der Radiotechnik. 185
elektrischer Wellen eine Oberflächenwelle und eine reine Strahlung mitwirke, wobei letztere in den obersten Schichten der Atmosphäre eine Reflektion erfährt.
Robert v. Lieben, am 5. September 1878 in Wien als Sohn eines angesehenen Bankiers geboren, war frühzeitig von Interesse für physikalische und chemische Probleme erfaßt und konnte dank seiner günstigen materiellen Lage seinen Interessen im Wege privater Studien nachgehen und auch bald in einem eigenen wohldotierten Laboratorium die ihn interessierenden Fragen experimentell verfolgen.
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LECHERSCHE DRÄHTE
(OQIGINAIANODDNUNG )
Abb. 2 a. Originalanordnung von Lecherschen Drähten. Abtg. Radiotechnik des Post- und Telegraphenmuseums, Technisches Museum, Wien.
Es ist besonders interessant zu beobachten, wie konsequent Lieben sich bei seinen Arbeiten dem Gedanken der Schaffung eines Relais für Wechselströme näherte und wie zielbewußt er seine Idee schließlich zum vollen Gelingen fortführte.
Nach verschiedenen Untersuchungen über die Wellennatur der Röntgenstrahlen befaßte sich Lieben im Jahre 1905 mit der von Wehnelt angegebenen Kalziumoxyd-Kathode. Er sah in der Wehnelt-Kathode ein geeignetes Hilfsmittel, um mit verhältnismäßig niederen Spannungen (etw r a 200 V) einen vollkommen gleichmäßigen Elektronenstrom herzustellen, w r as die notwendige Voraussetzung für die Durchführung seiner genialen Idee eines Kathodenstrahlenrelais für Wechselströme wur.
Im Winter 1905/06 wurde diese Idee w'eiter durchgebildet, und bereits am 4. März 1906 kam das grundlegende I). R. P. Nr. 179807 zur Anmeldung.
In dieser Patentschrift hat Lieben seine Erfindung der relaisartigen Verstärkung von Wechselströmen beliebiger Frequenz durch