Der technisch-wissenschaftliche Anteil Österreichs an der Radiotechnik. 187
Strahles — die, wie schon erwähnt, bereits im Patent von 1906 ausgesprochen war — der magnetischen außerordentlich überlegen sei.
Die neuen Erfahrungen kommen unter anderem insbesondere in dem auf den Namen Liebens und seiner zwei Mitarbeiter lautenden sogenannten „Gitterpatent“, Ö. P. Nr. 54011, angemeldet am 7. XII. 1910, zum Ausdrucke, das die Grundlage für die heute allgemein übliche Anwendung eines Steuer - G i 11 e r s in der Verstärkerröhre wurde (siehe Abb. 5).
Nicht uninteressant ist es, im Zusammenhänge mit den genannten LiEBENschen
Patenten das Patent Lee de Forests, U. S. P. Nr. 841387, zu betrachten, in welchem auch schon die Verstärkungswirkung einer Dreielektrodenröhre beschrieben wird. Abgesehen davon, daß dieses Patent erst am 25. Oktober 1906, also über ein halbes Jahr später als das LiEBENsche Grundpatent eingereicht wurde und
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Abb. 5. „Relais für ondulierende Ströme.” Originalzeichnung aus dem sog. „Gitterpatent", O. P. Nr. 54 011 von Lieben, Reiss und Strauss.
Abb. 4. Kathodenstrahlenrelais. Originalzeichnung aus dem v. Liebenschen Grundpatent D. R. P. Nr. 179807.
somit die Priorität Liebens unbestreitbar ist, gibt das de FoRESTsche Patent zwar die Beschreibung von gewissen Verstärkungseffekten, enthält aber nichts über das Grundsätzliche der Wirkung und Mechanik des Kathodenstrahlenrelais, wie man es im LiEBENschen Grundpatent so klar, eindeutig und umfassend ausgedrückt findet.
Bereits im Sommer 1911 konnte das neue „Kathodenstrahlenrelais“ in seiner Wirkung als Sprach Verstärker vor einem sachverständigen Interessentenkreis (Nernst, Emil Rathenau, Franke, Arco, Planck) mit größtem Erfolge vorgeführt w r erden. Damit setzte dann die industrielle Auswertung und die praktische Anwendung der Verstärkerröhre zunächst in der Telephonie über lange Draht- leitungen und bald darauf in der Radiotechnik ein.
Zwei Jahre später, am 20. Feber 1913, erlag v. Lieben, erst 35jährig, einer tückischen Krankheit, ohne daß es ihm vergönnt w r ar, den umwälzenden Einfluß,