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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
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180 selbst gewählten Kennwort zur Identifizierung dient, um im Netzwerk kom­munizieren zu können. 8 Zur Nutzung des Dienstes sind ein MUPID und ein Modem notwendig; beide Geräte können bei der Post um insgesamt 200 Schilling monatlich gemietet werden. 9 Mit dem Bildschirmtext können Nutzerinnen und Nutzer von zu Hause aus und ohne besondere Vorkenntnisse auf mehr und mehr Großcomputer österreichischer Unternehmen zugreifen, um beispielsweise Bankgeschäf­te zu erledigen, Fahrpläne öffentlicher Verkehrsmittel aufzurufen, aus Katalogen von Versandhäusern Waren zu bestellen, Reisen zu buchen, in Lexika zu schmökern oder an Diskussionen teilzunehmen. Eine bedeuten­de Rubrik bilden auch Spiele. Im digitalen Kosmos beginnt sich eine neue Welt zu öffnen, genauer gesagt, die alte ein zweites Mal, in elektronisch aufbereiteter Form. Es bleibt nicht beim passiven Abrufen von Information. Ein„Mitteilungs­dienst“ ermöglicht es, anderen Teilnehmern im Netz eine Mitteilung zu schicken. Dazu ist eines der zur Auswahl stehenden Formulare für Grüße oder Glückwünsche zu Geburts- oder Namenstagen, Ostern, Weihnach­ten oder Neujahr zu verwenden. 10 Der gewünschte Teilnehmer wird dabei durch seine individuelle Nummer direkt adressiert. Ein„Telebrief“ genann­ter Dienst erlaubt es, einen Text, der an eine Vielzahl an Adressaten gehen soll, an die Post zu übermitteln, wo dieser dann entsprechend oft ausge­druckt und als Brief verschickt wird. Damit können Unternehmen Kunden anschreiben oder Vereine ihre Mitglieder. 11 Eine weitere Anwendung bildet die„Elektronische Rede- und Diskussionsecke“ (E.R.D.E.) , eine Art öffentlichen Speakers Corner, den der MUPID -Entwickler Maurer selbst unter dem Titel„Maurers Meinung“ für Beiträge nutzt. 12 In diesem Forum platziert er Kommentare zu aktuellen Themen und lässt diese durch Leser diskutieren. Die Bandbreite reicht von Kritik am Kleben von Stempelmar­ken zur Entrichtung der KFZ-Steuer über ein Plädoyer für die Kernenergie trotz der verheerenden Katastrophe von Tschernobyl, für eine Umweltab­gabe über den Benzinpreis, Kritik an der Sechstagewoche für Schüler, an der Überbevölkerung der Erde u.v.m. Werbemaßnahmen sollen die Verbreitung des Bildschirmtexts ankurbeln. Im Rahmen einer Aktion„Btx-Sommerspiele“ in Graz locken Computer­spiele vor allem jugendliches Publikum. Auf der„Hit 86“ im Rahmen der Wiener Herbstmesse sind Geräte zu sehen und auszuprobieren, und die „Wiener Btx-Tage“ im Messepalast bilden den Start einer großen Einfüh­rungskampagne, die unter dem Motto steht:„Btx kost´ jetzt(fast) nix“. Von Oktober bis Dezember 1986 lockt eine beträchtliche Gebührener­mäßigung. Ein fixer Anschluss kostet nur 580 statt 1.580 Schilling und die monatliche Gerätemiete von 200 Schilling entfällt in diesem Zeitraum. 13