Aufsatz 
Viktor Kaplan / von Alfred Lechner
Entstehung
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Alfred Lechner

beamter in Lekenik, Agram, Mürzzuschlag, dann als Stationschef in Semmering, Xeuberg und Hetzendorf, schließlich als Verkehrskontrollor und als Stationschef des Frachtenbahnhofs der Südbahn in Wien-Matzleinsdorf tätig war. Er erhielt wegen seines verdienstvollen Wirkens verschiedene Auszeichnungen, darunter auch den Titel kaiserlicher Rat, und trat mit Ende des Jahres 1918 als Zentralinspektor der Südbahn in den dauernden Ruhestand.

Seiner ersten Ehe mit Jenny Wust entsprossen drei Kinder: Karl, Anna- Louise und Viktor. Der älteste Sohn Karl widmete sich der Landwirtschaft und

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Abb. 2. Jenny Kaplan.

Abb. 3. Zentralinspekfor Karl Kaplan. Die Eltern Viktor Kaplans.

war als Ökonomierat an verschiedenen kaiserlichen Gütern tätig, die Tochter Anna- Louise starb bald nach ihrer Geburt, und Viktor ist der bekannte Turbinenbauer.

Die Mutter Jenny wurde am 16. November 1843 in Pettau in Untersteiermark als Tochter des k. k. Oberpostverwalters Franz Wust und dessen Frau Aloisia, geb. Kuradi, geboren. Sie entstammte einer an Kindern reichen Familie, von denen aber nur drei am Leben blieben. Im Hause ihrer Eltern erhielt sie eine sorgfältige Erziehung; von ihrer Mutter erbte sie viel Sinn für Musik. Sie war eine auf­opfernde Frau, eine liebende Mutter und eine tüchtige Hausfrau. Ihr Wesen war schlicht und von stiller Geistigkeit. Aus den erhaltenen Briefen spricht sorgende Liebe für ihre Kinder. Auf Viktor setzte sie besonders große Hoffnungen und dieser hat ihrer stets mit viel Liebe und Dankbarkeit gedacht. Im Jahre 1897 ist Jenny Kaplan einem Schlaganfall in Hetzendorf erlegen.

Der Vater Professor Kaplans war eine stattliche Erscheinung und empfand große Vorliebe für Wissenschaft und Kunst. Besonders interessierte ihn Mineralogie und Musik. In dieser Neigung zur Musik hatten sich auch seinerzeit die Herzen der