Mitteilungen und Berichte.
Tätigkeitsbericht
des Österreichischen Forschungsinstitutes für Geschichte der Technik.
Das im Juni 1931 geschaffene Österreichische Forschungsinstitut für Geschichte der Technik 1 hat satzungsgemäß die Aufgabe, die Geschichtsforschung auf technischem Gebiete unter besonderer Berücksichtigung der technischen Kultur Österreichs zu pflegen und die wissenschaftlichen Grundlagen für eine spätere Geschichte der Technik, vor allem der österreichischen Technik zu schaffen. Zu diesem Zweck legt das Forschungsinstitut mehrere Karteien an, die als Zentral nach weis für die gesamte Technikgeschichte Österreichs dienen sollen und folgende Gruppen umfassen:
1. Eine Bibliographie über die österreichische technikgeschichtliche Literatur, geordnet nach dem Verfasser, dem Sachgebiet und nach geographischem Gesichtspunkt.
2. Ein Verzeichnis von biographischen Aufzeichnungen großer österreichischen Ingenieure, Forscher und Erfinder. Durch Aussendung von Fragebogen an bedeutende lebende Vertreter des technischen Schaffens sucht das Forschungsinstitut auch Einblick in das Leben und Wirken dieser Männer der Technik zu gewinnen. Zahlreiche Sonderabdrucke von den Arbeiten und Bildnisse solcher Persönlichkeiten ergänzen die rein biographischen Angaben. Aus dem Nachlaß hervorragender österreichischer Techniker hat das Forschungsinstitut einige sehr wertvolle Bestände erhalten, so z. B. einen Großteil der Urschriften von Ferdinand Redten- bacher, dem „Vater des Maschinenbaus“, und von Viktor Kaplan, dem berühmten Turbinenkonstrukteur.
3. Eine Kartei über die Großtaten der österreichischen Technik und über die technischen Denkmale Österreichs.
4. Eine Kartei über technische Gedenktage.
Die Arbeiten an diesen von Dr. A. Bihl und Th. Stampfl zusammengestellten Karteien werden ständig fortgeführt. Diese Schatzkammer der Technikgeschichte Österreichs steht jedem Forscher zur wissenschaftlichen Benützung offen. Es ist geplant, die Bibliographie zur Geschichte der österreichischen Technik abschnittweise in den „Blättern für Geschichte der Technik“ zu veröffentlichen. 2
Um die Öffentlichkeit mit seinen Arbeiten bekanntzumachen und die Kulturbedeutung der österreichischen Technik nachdrücklich vor Augen zu führen, gibt das Forschungsinstitut die „Blätter für Geschichte der Technik“ heraus, von denen das erste Heft (1932) eine Reihe von Aufsätzen zur österreichischen Technikgeschichte, das zweite Heft (1934) eine ausführliche Biographie Auers von Welsbach brachte. Die Beiträge stammen durchwegs von namhaften Fachleuten. Das For-
1 Über die Gründungsgeseliichte des Forschungsinstitutes vgl. lieft 1 der „Blätter für Geschichte der Technik“, S. 204ff.
2 Im vorliegenden Heft S. 96 ist das Schrifttum zur Geschichte österreichischer Firmen abgedruckt, während im Heft 1., S. 210ff. ein Auszug aus dem Schrifttum der Allgemeinen Industrie- und Gewerbegeschichte Österreichs erschienen ist.