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Alfred Lechn er
diese literarischen Arbeiten und durch Vorträge, welche Kaplan im Ingenieur- und Architekten-Verein und im Elektrotechnischen Verein in Wien (1905) gehalten hat, wurde bereits die Aufmerksamkeit der Fachwelt auf den jungen Ingenieur gelenkt. Es erfolgte seine Wahl zum ständigen Mitarbeiter der „Zeitschrift für das gesamte Turbinen wesen“, der „Fördertechnik“, der „Zeitschrift für Mühlen- und Speicherbau“, der „Zeitschrift für den Bagger-, Kran- und Kleinbahnbetrieb“ sowie der Zeitschrift „Das Hobel- und Sägewerk“.
Im Jahre 1908 erschien bei Oldenbourg in München Kaplans erstes großes Werk: „Bau rationeller Francisturbinenlaufräder“, welches auf Grund seiner früheren Veröffentlichungen entstanden ist. Wenn später noch verschiedene andere Förderer Kaplans zu nennen sein werden, so verdient als erster R. Oldenbourg in München hervorgehoben zu werden.
Dieses Buch reichte Kaplan als Dissertation an der Wiener Technischen Hochschule ein. Hauptreferent für diese Arbeit war der Professor für Wasserkraftmaschinen Artur Budau.
Budau zeigte damals seinen Hörern dieses Werk mit den Worten: „Dieses Buch hat ein dreißigjähriger Ingenieur geschrieben; aus dem wird noch etwas werden.“ —• Wie die Zukunft bewies, hat Budau damals richtig prophezeit. Das genannte Werk ist, wie aus den verschiedenen Buchbesprechungen hervorgeht, überall mit Beifall auf genommen worden. * 1
Im Sommer des Jahres 1908 unternahm Kaplan eine Nordlandreise auf dem Schiffe „Thalia“ und lernte auf dieser Seefahrt seine spätere Frau, Fräulein Margarethe Strasser — eine Nichte Professors v. Radinger — kennen. Ihr widmete er sein früher genanntes Werk mit folgenden Worten:
„Sinnend oft saß ich an Baches Rand Und horchte der murmelnden Laute.
Und als ich die Sprache des Bächleins verstand —
Die Weisheit der Schöpfung mit Ehrfurcht empfand —
Da gieng ich — und schrieb, was ich schaute.“
Das Jahr 1909 brachte Kaplan viele Freuden und bildete einen neuerlichen Wendepunkt auf seiner Lebensbahn. Zunächst fand im Frühjahr 1909 seine Promotion zum Doktor der technischen Wissenschaften an der Technischen Hochschule in Wien statt; hierauf erfolgte seine Habilitation für Wasserkraftmaschinen an der Deutschen Technischen Hochschule in Brünn und seine Ernennung zum Adjunkten an dieser Hochschule. Am 18. Juli 1909 verehelichte sich Kaplan mit Margarethe Strasser, die ihm in allen Lebenslagen eine treue, aufopferungsvolle Gattin blieb und ihm zwei Töchter, Grete und Traudl schenkte.
la Romanclie“, 1907, S. 139. — „Die Wasserkraftanlage St. Wolfgang“, 1907, S. 172. — „Die Turbinenanlage der mechanischen Weberei in Chotzen“, 1907, S. 298. — „Das Elektrizitätswerk Carrion de los Condes“, 1907, S. 323. — „Die Turbinenanlage des Elektrizitätswerkes Creuztal“, 1907, S. 339.
1 Vgl. z. B. Zeitschr. d. Österr. Ing.- u. Arch.-Ver. 1909; „Die Turbine“, 20. April 1908; Schweiz. Maschinenbauzeitung, 2. April 1908 usw.