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Alfred Lechner
4. Verhütung von Verstopfungen der Laufradkanäle durch Sand, Schlamm usw.
In der Zeitschrift des Elektrotechnischen Vereins in Wien, E. u.M., Heft 33, 1917, gibt Kaplan in dem Aufsatz: „Eine neue Wasserturbine und deren Beziehungen zur Elektrotechnik“ auch eine schematische Darstellung seiner neuen Turbine. Der Grundriß aber fehlt. Immerhin ist aber schon aus dieser schematischen Skizze der wesentliche Unterschied gegenüber der Francisturbine ohne weiteres erkennbar. Man bemerkt bereits den „schaufellosen Raum“ und die axiale Beaufschlagung des Laufrades. Die früher erwähnten Berichte Professor Kaplans enthielten auch
Abb. 14. Kaplanturbine in Velm, N.-O.
Klagen gegen mehrere Firmen, welche zu Gegenäußerungen führten, auf welche Kaplan im Heft 6, 1918 der „Wasserwirtschaft“ in dem Artikel „Die Kaplanturbine und ihre Beziehungen zur Wasserwirtschaft“ entgegnete.
Sein ganzes Streben mußte jetzt darauf gerichtet sein, endlich ein Unternehmen zu finden, welches eine Kaplanturbine für seinen Betrieb verlangt, und eine Firma zu gewännen, welche den Bau dieser Turbine übernimmt. Beides gelang Kaplan im Jahre 1918 zu erreichen. Die Börtel- und Strickgarnfabrik M. Hofbauers Wwe. in Velm bei Gramatneusiedl in N.-Ö. war die erste Bestellerin einer Kaplanturbine und die Stahlhütte Ignaz Storek in Brünn war die erste Firma, welche die Ausführung der Bestellung übernahm, und ihr gebührt also das Verdienst, die erste Kaplanturbine erzeugt zu haben (Abb. 14). Aus dieser Stahlhütte hat die Kaplanturbine ihren Siegeszug in die Welt angetreten.
Über die in der Zeit vom 14. bis 18. Juni 1919 vorgenommenen Bremsversuche ist ein Protokoll, gezeichnet von Ing. Adolf Wertner und Dr. Karl Reisinger als