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Alfred Lechner
sam als eine Stromröhre betrachtet werden kann, gute Dienste geleistet hatte, muhte natürlich bei Schaufelanordnungen, wie sie Kaplan nach Abb. 22 getroffen hatte, verlassen werden (vgl. S. 31). Er entwickelte die Gesetze der freien Strömung, zog den Einfluß der Reibung in Rechnung, dabei klar erkennend, daß die bewegende Kraft der Schaufel aus dem Druckunterschied zwischen der konkaven und konvexen Seite der Schaufel hervorgeht. Abb. 23 zeigt die schematische Skizze einer Kaplanturbine. Das in den Leitapparat radial eintretende Wasser fließt durch den
Reglerantrieb
Doppelregler
Laufradregelung
Leitradregelung
Reguliermuffe Leitrad' Laufrad
0 12 3m
Abb. 24. Einbau einer Kaplanturbine.
sogenannten „schaufellosen Raum“ axial den wenigen, etwa vier, kurzen und flachgekrümmten Schaufeln zu, deren Eintritts- und Austrittswinkel von Gefällshöhe, Wassermenge, spezifischer Drehzahl und Wirkungsgrad abhängen. Wenn demnach ein Rad mit festen Schaufeln für einen vorgegebenen Fall, also auch für eine bestimmte sekundliche Wassermenge, entworfen war, so mußte der Wirkungsgrad, wenn die sekundliche Wassermenge kleiner wurde, sich ebenfalls ändern. Unter diesem Übelstand leiden auch die Francisturbinen, wenn in niederschlagsarmen Zeiten der Wasserstand sich vermindert.
Kaplan half nun diesem Übelstand dadurch ab, daß er die Schaufeln um in der Nabe gelagerte Zapfen drehbar anordnete (Abb. 25 u. 20). Durch eine Verdrehung der Laufschaufeln kann das Laufrad dem neuen Zustand, der durch eine Änderung der Wassermenge bedingt ist, angepaßt werden, wodurch es möglich