Viktor Kaplan.
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jederzeit Vorlesungen halten zu dürfen, da fiel ihm der Abschied vom akademischen Leben doch recht schwer!
Er verbrachte den Monat Juni des Jahres 1934 mit seiner Frau und den Eltern seines Schwiegersohnes Kramberger in Warmbad Villach und kehrte Anfang Juli neugestärkt und voller Hoffnung, doch wieder ganz gesund zu werden, nach Unter- ach zurück. Am 18. Juli 1934 war es ihm vergönnt, im Kreise seiner Familie, die noch um zwei liebliche Enkelkinder Grete und Helga vermehrt worden war, das Fest der silbernen Hochzeit feiern zu können. Nach den Jahren der Arbeit, des
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Abb. 33. Sterbezimmer Kaplans auf Rochuspoint.
Kampfes und der Sorge sollten nun doch Jahre der Ruhe und Friedlichkeit folgen. Jedenfalls waren alle Anzeichen dafür vorhanden; leider hatte es das Schicksal anders bestimmt.
In der Zeit vom 18. bis 21. August waren noch seine Freunde Franz Mayer, Dr. Richard und Karl Wolf, sowie sein Assistent Slavik mit ihm beisammen.
In diesen Tagen überbrachte noch Prof. Dr. Alfred Hawranek aus Brünn die Nachricht von Kaplans Ernennung zum Ehrendoktor der Deutschen Technischen Hochschule in Brünn, über welche Nachricht sich Kaplan sehr freute.
Am Abend des 22. August war er noch bei bestem Wohlbefinden. Nichts ließ auf eine Katastrophe schließen. Er ging wie gewöhnlich um 9 Uhr zu Bett. Um y 2 5 Uhr früh stand er noch auf, das Fenster seines Schlafzimmers zu schließen. Gegen x / 2 6 Uhr früh vernahm seine Gattin ein Röcheln — die Katastrophe war plötzlich eingetreten. Alle rasch herbeigeholte ärztliche Hilfe war vergebens. Um 3 / 4 5 Uhr nachmittags verschied Viktor Kaplan in den Armen seiner getreuen