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Alfred Lechner
Zwang war ihm verhaßt. Es ist jedenfalls merkwürdig, daß es diesem Manne, welchem jeder Zwang, jede Etikette Unbehagen bereitete, der die individuelle
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Abb. 38. Kaplan beim Lesen im Freien.
Freiheit über alles liebte, Vorbehalten war, mit der zwangsweisen Führung des Wassers in den Zellen, wie dies bei der Francisturbine der Fall ist, zu brechen, die Gesetze der freien Strömung zu entwickeln und jene Turbine zu schaffen, bei der
das W T asser seine Kräfte frei entfalten kann.
Zwang bedeutete für ihn auch die fristgerechte Erledigung der verschiedenen Patenteinsprüche, die gemacht werden mußte, wollte er nicht der Früchte seiner mühevollen Arbeit verlustig gehen, was ihm aber an sich als eine unfruchtbare Tätigkeit erschienen ist. Sie kostete Zeit, die er gerne für schaffende Arbeit verwendet hätte. Aus diesem Unbehagen, das ihm der Zwang auf- -erlegte, erklärt sich auch der nervöse Zustand, die Überreiztheit, die seine nächste Umgebung gar oft zu verspüren bekam und welche sich dann häufig explosivartig äußerte. Dieser nervöse Zustand scheint im Jahre 1922 zum Zusammenbruch seiner Gesundheit geführt zu haben.
Eine Haupteigenschaft Kaplaxs Avar ferner, wie Avir bereits gesehen haben, sein Fleiß, seine Ausdauer und Zähigkeit. Man hat Kaflan Avohl nie untätig ge-
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Abb. 39. Schaufelklotz zur ersten Versuchsturbine.