Aufsatz 
Die Dr. Carl Auer-Welsbach Gedächtnisausstellung im Technischen Museum für Industrie und Gewerbe in Wien / von Franz Sedlacek
Entstehung
Seite
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Die Dr. Carl Auer-Welsbach Gedächtnisausstellung

im Technischen Museum für Industrie und Gewerbe in Wien . 1

Von

Ing. Dr. Franz Sedlacek.

War auch der unmittelbare Anlaß zu der SonderschauAuer von Welsbach. die im Herbst 1935 vom Technischen Museum in Wien veranstaltet wurde, das 50jährige Jubiläum des Gasglühlichts, so galt es doch, die Ausstellung nicht nur dieser bekanntesten Erfindung Auers, sondern seinem Gesamtschaffen zu widmen. Da es im eigentlichen Sinne von Ausstellungen liegt, das darzustellen, was dem Buche zu zeigen verwehrt ist, also das Körperliche, Plastische, wurde darauf hin­gearbeitet, alles, was an Gegenständlichem interessant schien, zusammenzutragen, die Beschriftungen recht kurz zu halten und die Abbildungen auf wenige, aber großflächige Wandtafeln zu beschränken, die, in plakatartigem Stil gestaltet, dem Beschauer vor allem die wirtschaftliche Bedeutung der AuERschen Erfindungen vor Augen führen sollten. Ferner galt als Grundsatz, schon in der räumlichen Gliederung der Ausstellung die einzelnen Seiten von Auers Schaffen klar hervor­treten zu lassen. So wurde alles, was Auers wissenschaftliche Arbeiten, seine Ehrungen, seine Persönlichkeit betrifft, räumlich vereinigt (Abb. 1), während die drei großen Erfindungen, Gasglühlicht, Osmiumlampe und Cereisen, drei weitere natürliche Gruppen ergaben. Es stand ein schöner Saal von 7 X lim Grund­fläche mit drei großen Fenstern an der Südseite des Technischen Museums im zweiten Stockwerk gelegen, zur Verfügung.

Die erste große wissenschaftliche Leistung Auers von Welsbach war die Zerlegung des Didyms in zwei neue chemische Elemente, die er Neodym und Praseo­dym nannte. Dieser Erfolg des jungen Forschers fällt in das gleiche Jahr, in dem er seine ersten Gasglühlichtpatente anmeldete: 1885. In einem Glasschrank (Abb. 1, links) zeigte die Ausstellung eine Reihe von Standgläsern mit Didymfraktionen, an den Flügeln der Reihe die beiden intensiv gefärbten Komponenten, das rosen-

1 Das Zustandekommen der vom Technischen Museum veranstalteten Ausstellung ermöglichten in dankenswerter Weise, teils durch die Beistellung von Ausstellungs­stücken, teils durch die Widmung von Geldmitteln, die Familie Auer von Welsbacii, sowie die Firmen Österreichische Auergesellschaft, Österreichische Glülilampenfabrik Osram, Glühlampenfabriken Job. Kremenezky und vor allem die Treibacher Chemischen Werke. Die wissenschaftliche Leitung hatte der Verfasser dieses Berichtes inne, die Raumgestaltung besorgte der Architekt des Technischen Museums Inspektor Eduard Stürzer.