Aufsatz 
Die Dr. Carl Auer-Welsbach Gedächtnisausstellung im Technischen Museum für Industrie und Gewerbe in Wien / von Franz Sedlacek
Entstehung
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Franz Sedlacek

durch den Veraschungsprozeß, welcher in der Ausstellung durch eine kleine Hand­vorrichtung zum Abbrennen der Mäntel und einen großen Abbrennofen vertreten war. Neben einem fertigmontierten Auerbrenner aus der Zeit der Erfindung standen zwei moderne Glühkörper von sehr verschiedener Größe: ein kleines Ölgas-Leucht­körperchen für 20 Hefnerkerzen und ein großer Mantel für Petroleumpreßgas von 1000 Kerzen. Sie zeigten so recht den weiteren Ausbau von Auers Erfindung.

Unter den österreichischen Patentschriften über das Gasglühlicht, die in der Ausstellung zu sehen w r aren, ist besonders die vom 27. Oktober 1885 wegen der ihr

Abb. 2. Rechts die Gruppe Gasglühlicht, in welcher der Abbrennofen und die Glühstrumpf- Strickmaschine zu erkennen sind. In der Mitte Auers Arbeitstisch aus dem Laboratorium in

Schloß Welsbach.

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beigegebenen Zeichnung 1 interessant, in der die Aufhängung und das Abbrennen, sowie ein fertiger Auerbrenner dargestellt sind. Ein Gegenstück zu dieser Patent­zeichnung bildete eineInstruktion zur Herstellung der Gasglühkörper vom Jahre 1887, die, ebenfalls mit Zeichnungen versehen, die Erzeugung der Mäntel eingehend schildert.

Um zu zeigen, welchen wirtschaftlichen Fortschritt das Gasglühlicht gegenüber dem offenen Schnittbrenner bedeutete, wurden die Lichtausbeuten dieser beiden Leuchten auf einer großen Tafel einander gegenübergestellt. Die Tafel zeigte, daß bei einem Stundenverbrauch von 120 1 Gas ein Schnittbrenner rund 10 Hefner­kerzen, ein Auerbrenner mit Thor-Cermantel aber 60 Kerzen ergibt. Die Gegen -

1 F. Sedlacek, Auer von AVelsbach, Blätter für Geschichte der Technik, 2. Heft, S. 30 und 31, Abb. 12 und 13.