Die Dr. Carl Auer-Welsbach Gedächtnisausstellung.
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Herd, der den in einen Kokswindofen eingesetzten Schmelztiegel trug, in welchen von oben die beiden Elektroden, eine Kohle-Anode und eine aus einem Stück Eisendraht bestehende Kathode eingesenkt wurden. Das hier durch" Schmelzflußelektrolyse des Rohchlorids erzeugte Cermischmetall wurde in einem Gasofen, der im Hintergrund des Raumes stand, mit Eisen legiert, worauf das so entstandene „Auermetall“ (70% Cer und 30% Eisen) in Formen gegossen wurde. Zum Vorwärmen dieser Formen diente ein kleiner Koksofen, der ebenfalls zu sehen war. Außer den für die Bedienung der Tiegel nötigen Zangen und Rührer zeigte der Raum vor allem noch die alte Gleichstromdynamomaschine, die den Elektrolysenstrom geliefert hatte.
NACH EINE» SCHÄTZUNG DES IAHRES 1929 BETRÄGT DIE J AH RES WE LTE RZ E UGU NG AN
CEREISEN
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DIESE MENGE ERGIBT 500 MILLIONEN ZÜNDSTEINE
WELCHE AUSREICHEN FÜR 500 MILLIARDEN ZÜNDUNGEN
GEGENÜBER EINER WEUERZEUGUNG VON
MILLIARDEN
DIES
ENTWEICHT
6
MILLIARDEN 20mHLIAI
SCHACHTELN ZÜNDHÖLZER
Abb. 9. Wandtafel über die Cereisen-Welterzeugung.
Die heutige Cereisenerzeugung vom Monazitsand bis zum fertigen „Zündstein“ zeigte eine mit Materialproben versehene Übersichtstafel (Abb. 7, rechts). Unter dieser sah man eine Sammlung der wichtigsten Typen der Cereisenfeuerzeuge, darunter auch den Ahnen aller dieser Geräte, das Luntenfeuerzeug, das Auer selber in Gebrauch gehabt hatte.
Einer statistischen Wandtafel waren die Cereisenmengen zu entnehmen, die in dem seit der Gründung dieses Industriezweiges vergangenen Vierteljahrhundert in Treibach erzeugt worden waren, ferner die Preisbewegung des Cereisens in diesen Jahren (Abb. 9). Eine andere große Wandtafel zeigte die Welterzeugung an Cer
eisen und gab einen interessanten Vergleich mit dem Umfang der Zündholzindustrie (Abb. IO). 1
Die größeren wissenschaftlichen Apparate waren zu einer Mittelgruppe im Raum vereinigt (Abb. 2). Außer der schon genannten Photometerbank stand hier Auers Arbeitstisch aus dem Laboratorium auf Schloß Welsbach. Er trug einen
1 Die der Darstellung zugrunde liegenden Zahlen entstammen einer schätzungs- mäßigen Angabe von F. Fattinger (Öst. Chem.-Ztg. 32 [1929], S. 145, zit. in F. Sed- lacek, a. a. 0., S. 64).
Geschichte der Technik, 3. H. 6