46
F. Kabgl
Schlucht; bald kommt sie an einem schroffen Felsriegel, den sie mit dem 249 m langen Sonnenburgtunnel durchbricht. Auf seinem Rücken verfallen uralte Mauerreste der einstigen Sonnenburg und einer römischen Straßensperre. Am Ausgang des Tunnels übersetzt die Bahn den Sillfluß auf einer 25,3 m weiten schönen gewölbten Brücke und bleibt sodann am östlichen Talhang bis Matrei. Die Trasse ist an den bewaldeten Hängen des Paschberges, etwa in halber Höhe der aus phyllitischen
I
,%v
w t ^ <
Abb. 3. Bahnstrecke im Silltale zwischen Stefanswiese und Station Patsch.
Im Vordergründe das Südportal des Schürfestunnels, in der Mitte die Station Patsch, die später an anderer Stelle errichtet wurde. Weiter zurück der Schupfentunnel, im Hintergründe die Innsbrucker Nordkette. Von der Station Patsch führt in die Höhe ein Fußweg zu der am Mittelgebirge liegenden Ortschaft Patsch und ein solcher in die Sohle des Tales, wo eine Brücke bestand. Die Wundflächen sind später verwachsen und heute zum Teil mit schönem Hochwalde bedeckt. Aufnahme
vermutlich 1865 oder 1866.
Schiefern aufgebauten Steillehnen angelegt und folgt im allgemeinen den vielen Windungen des Tales. Vorspringende Felsrippen werden mit fünf kurzen Tunnels unterfahren, dem Ahrntal- (165 m), dem Schupfen- (35 m), dem Unterberg- (49 m), dem Patscher (176 m) und dem berüchtigten Schürfestunnel (118 m).
In ununterbrochener Anwendung der Höchststeigung von 25%o au f 7875 m Länge erreicht die Bahn die Station Patsch, die in einsamer Lage auf hoher Anschüttung hauptsächlich für Betriebszwecke errichtet worden war. Sie ist in der Vorkriegszeit mehr nach Süden verlegt und für die Luftverwertungs-A. G. mit beträchtlichem Kostenaufwand erweitert worden.