Heft 
1940: Siebentes Heft : Die Entwicklung des Markscheidewesens im Lande Österreich / von Franz Kirnbauer
Entstehung
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Vorwort.

Eine der Aufgaben des Forschungsinstitutes für Technikgeschichte in Wien ist es, die stufenweise Entwicklung technischer Gebiete in Dokumenten der Zeit darzulegen und die Standorte der bezüglichen Belegstücke nachzuweisen.

Die vorliegende Abhandlung bildet einen erfreulichen Beweis dafür, daß der Verfasser, ein mitten im praktischen Leben stehender Bergingenieur, trotz seinem anstrengenden Beruf Sinn und volles Verständnis für schwierige technik-geschicht­liche Fragen des Bergwesens aufbringt. Seine durch eine jahrzentelange geistige Schürfarbeit entstandene Abhandlung umfaßt die Ent wicklung der deutschen Markscheidekunde, angefangen von den ältesten volkstechnischen Geräten zur Vermessung unter Tage bis zum Auftauchen der neuzeitigen wissenschaft­lichen Instrumente des Markscheiders. Auf Grund der namentlich in der Ostmark noch zahlreich vorhandenen Zeugnisse ältester Grubenvermessung konnte der Verfasser lückenlose Reihen über Wachsscheiben und Setzkompasse, über Hänge­kompasse, Gradbögen, Schinzeuge und Eisenscheiben, Bussoleninstrumente, Ziel­instrumente, Aufstellungsarten, Setzwaagen, Winkelauftraggeräte und Winkel­teilungen aufstellen. Hierbei fallen namentlich die tastenden Versuche der früheren Markscheider zur Bestimmung von Lage- und Höhenwinkeln ins Auge, die in ihrer konstruktiven Zusammenfassung zum Bau des markscheiderischen Universalinstru­mentes, des Grubentheodolites, führten.

Diese technikgeschichtlichen Entwicklungsreihen lassen deutlich erkennen, daß schon die schlichten Meßgeräte der Vorzeit vielfach die Keime zum Hochstand der heutigen Meßkunst enthalten. Die wissenschaftliche Reife und feinmechanische Vollendung des Instrumentariums der modernen Geodäsie bilden nunmehr ein Ehrenmal der nationalen deutschen Technik.

Die Herausgabe des reichbebilderten 7. Heftes derBlätter für Technik­geschichte wurde durch das Ministerium für innere und kulturelle Angelegen­heiten, Abt. IV in Wien, durch das Sächsische Ministerium für Wirtschaft und Arbeit in Dresden, ferner durch das Hauptamt für Technik in München, die Arbeits­gemeinschaft der Hochschullehrer Österreichs, die Österreich-Alpine Montangesell­schaft in Wien, den Bund der österreichischen Industriellen Landesverband für Steiermark in Graz und durch den Eorschungsfonds des Forschungsinstitutes für Technikgeschichte in Wien gefördert. Allen Stellen und Persönlichkeiten, insbesondere den Hochschulprofessoren Dr. techn. F. Aubell in Leoben und Hofrat Dr. Ing. E. Dolezal in Baden bei Wien, welche die ins einzelne gehende For­schungsarbeit des Verfassers unterstützt und dadurch das Erscheinen der vor­liegenden Abhandlung ermöglicht haben, wird hiermit der geziemende Dank aus-

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