Vorwort.
Eine der Aufgaben des Forschungsinstitutes für Technikgeschichte in Wien ist es, die stufenweise Entwicklung technischer Gebiete in Dokumenten der Zeit darzulegen und die Standorte der bezüglichen Belegstücke nachzuweisen.
Die vorliegende Abhandlung bildet einen erfreulichen Beweis dafür, daß der Verfasser, ein mitten im praktischen Leben stehender Bergingenieur, trotz seinem anstrengenden Beruf Sinn und volles Verständnis für schwierige technik-geschichtliche Fragen des Bergwesens aufbringt. Seine durch eine jahrzentelange geistige Schürfarbeit entstandene Abhandlung umfaßt die Ent wicklung der deutschen Markscheidekunde, angefangen von den ältesten volkstechnischen Geräten zur Vermessung unter Tage bis zum Auftauchen der neuzeitigen wissenschaftlichen Instrumente des Markscheiders. — Auf Grund der namentlich in der Ostmark noch zahlreich vorhandenen Zeugnisse ältester Grubenvermessung konnte der Verfasser lückenlose Reihen über Wachsscheiben und Setzkompasse, über Hängekompasse, Gradbögen, Schinzeuge und Eisenscheiben, Bussoleninstrumente, Zielinstrumente, Aufstellungsarten, Setzwaagen, Winkelauftraggeräte und Winkelteilungen aufstellen. Hierbei fallen namentlich die tastenden Versuche der früheren Markscheider zur Bestimmung von Lage- und Höhenwinkeln ins Auge, die in ihrer konstruktiven Zusammenfassung zum Bau des markscheiderischen Universalinstrumentes, des Grubentheodolites, führten.
Diese technikgeschichtlichen Entwicklungsreihen lassen deutlich erkennen, daß schon die schlichten Meßgeräte der Vorzeit vielfach die Keime zum Hochstand der heutigen Meßkunst enthalten. Die wissenschaftliche Reife und feinmechanische Vollendung des Instrumentariums der modernen Geodäsie bilden nunmehr ein Ehrenmal der nationalen deutschen Technik.
Die Herausgabe des reichbebilderten 7. Heftes der „Blätter für Technikgeschichte“ wurde durch das Ministerium für innere und kulturelle Angelegenheiten, Abt. IV in Wien, durch das Sächsische Ministerium für Wirtschaft und Arbeit in Dresden, ferner durch das Hauptamt für Technik in München, die Arbeitsgemeinschaft der Hochschullehrer Österreichs, die Österreich-Alpine Montangesellschaft in Wien, den Bund der österreichischen Industriellen — Landesverband für Steiermark in Graz und durch den Eorschungsfonds des Forschungsinstitutes für Technikgeschichte in Wien gefördert. — Allen Stellen und Persönlichkeiten, insbesondere den Hochschulprofessoren Dr. techn. F. Aubell in Leoben und Hofrat Dr. Ing. E. Dolezal in Baden bei Wien, welche die ins einzelne gehende Forschungsarbeit des Verfassers unterstützt und dadurch das Erscheinen der vorliegenden Abhandlung ermöglicht haben, wird hiermit der geziemende Dank aus-
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