Vom k. k. Fabriksprodukten-Kabinett zum Wiener Tecbn. Museum von beute. 5
fundenen Räume auf der Hohen Brücke in der Absicht der vorläufigen bloßen Schaffung der Nachweisstätte mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln fort, und Mitte 1814 sind seine Arbeiten so weit gediehen, daß von einer einstweiligen Fertigstellung dieser Sammlung gesprochen werden kann. Da Widmanstatten auch einen Plan für die Herstellung eines besonderen, für das Fabriksproduktenkabinett zu errichtenden und für alle vom Kaiser gewünschten Ausgestaltungen geeigneten Gebäudes entworfen hat, ist somit von ihm alles getan worden, um ein den erhaltenen Aufträgen und den eigenen Absichten entsprechendes Kabinett schaffen zu können.
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Bild 2. Karlsplatz mit Polytechnischem Institut.
Im Vordergrund die Kaiserin-Elisäbeth-Brücke.
(Aus dem Bilderarchiv der Nationalbibliothek, Wien.)
Mit Entschließung vom 15. November 1814 ordnet aber der Kaiser, r ohne vorher Widmanstatten hierüber in Kenntnis gesetzt zu haben, die „Übergabe und Unterbringung des k. k. physikalischen Kabinettes wie auch des Fabriksprodukten-Kabi- nettes in dem Gebäude des polytechnischen Institutes“ an. Damit wird der bereits in der Note vom 20. März 1809 des Hofkammervizepräsidenten Grafen von Herberstein-Moltke zum Ausdruck gebrachte und vom Direktor des in Wien zu errichtenden Polytechnischen Instituts, Johann Joseph Prechtl, ohne Zweifel zwischenzeitig betriebene Vorschlag verwirklicht, daß das k. k. Fabriksproduktenkabinett „dann erst seinen vollständigen, der Sache angemessenen Nutzen erreichen kann, wenn es zur öffentlichen Benutzung lehrreich gewidmet, wenn es mit einem hierorts schon lange in Antrag gebrachten polytechnischen Lehrinstitute verbunden wird“. 1 Und Prechtl wird zum Nutzen des Kabinettes dafür sorgen, daß auch die in diesem Vorschlag enthaltene weitgehende Forderung erfüllt wird: daß „wenigstens bey den wichtigeren Artiekeln das ausländische Erzeugniß zur Vergleichung
1 H. K. A. 47 ex Martio 1809 5021/317 N. Ö. Fase. 63.